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Antworten auf die wichtigsten Homeoffice-Fragen

UK-Nord-Präventionsexperte zu Arbeitsschutz bei der Telearbeit

Arbeiten am Strand, Mails checken im Pool – so mag sich der ein oder andere die Arbeit im Homeoffice oder die mobile Arbeit vorstellen. Dass das nichts mit der Realität zu tun hat und welche Vorschriften bei der Arbeit im Homeoffice eingehalten werden müssen, erklärt Präventionsexperte Guido Pohlmann von der Unfallkasse Nord (UK Nord).

Grundlegende Vorschrift für die Arbeit im Homeoffice ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die im Jahr 2016 geändert wurde und seitdem Vorschriften zur Telearbeit - das ist das Fachwort für "Homeoffice" und "mobile Arbeit" - enthält. Die Bildschirmarbeitsverordnung wurde in die ArbStättV integriert. „Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind unter Nummer 6 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung zu finden“, erklärt Experte Pohlmann.


Gefährdungsbeurteilung im Homeoffice? Bitte ja!

Ab wann ist der Schreibtisch zu Hause offiziell ein Arbeitsplatz? Darauf weiß der Fachmann die Antwort: „Voraussetzung hierfür ist ein fest eingerichteter Bildschirmplatz, an dem eine mit dem Arbeitgeber arbeitsvertraglich festgelegte Zeit verbracht wird. Diese arbeitsvertragliche Grundlage ist wichtig, weil daran die Ausstattung des Arbeitsplatzes hängt. Denn bei einem Telearbeitsplatz ist der Arbeitgeber für die Ausstattung verantwortlich, genauso wie im Büro. Er stellt die Technik sowie das notwendige Equipment und führt bei der erstmaligen Inbetriebnahme eine Gefährdungsbeurteilung durch.“

Das heißt: Ja, der Arbeitgeber muss Zutritt zum Homeoffice bekommen, um seinen Arbeitsschutzpflichten nachzukommen. Der Arbeitsplatz wird schließlich vom Unternehmen eingerichtet und es muss prüfen, ob die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört es zum Beispiel zu klären, ob der Raum entsprechend der Landesbauordnung beschaffen ist und ob die Lichtverhältnisse ausreichen. Der Unternehmer kann diese Aufgabe an eine Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) oder die jeweilige Führungskraft delegieren, wenn sie über ausreichend Fachkunde verfügt. Laut der UK Nord reicht hier die einmalige Gefährdungsbeurteilung. Sie muss also nicht in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Guido Pohlmann erläutert weitere wichtige Bedingungen für einen Telearbeitsplatz: „Bildschirm und Tastatur müssen getrennt sein, da dauerhaftes Arbeiten an einer kleinen Laptop- oder Tablet-Tastatur gesundheitsschädlich ist. Ein separates Arbeitszimmer ist nicht zwingend erforderlich. Auch eine Einraumwohnung kann zum Telearbeitsplatz werden. Allerdings ist bei einem eigens eingerichteten Arbeitszimmer der gesetzliche Unfallversicherungsschutz klarer. Er beginnt dann mit dem Betreten des Arbeitszimmers und endet beim Verlassen. Eigenwirtschaftliche Tätigkeiten wie Essen oder Einkaufen sind nicht versichert, dies gilt bei der Arbeit im Unternehmen ebenfalls.“


Telearbeit vs. mobile Arbeit

Der Fachmann erklärt außerdem, wie sich ein Telearbeitsplatz von einem mobilen Arbeitsplatz unterscheidet: „Von einem mobilen Arbeitsplatz spricht man, wenn mehr als zehn Stunden in der Woche außerhalb des Büros gearbeitet wird, also von zuhause oder unterwegs, und dort eine Online-Datenübertragung genutzt wird.“ Regelungen etwa für eine Höchstarbeitsdauer pro Tag gebe es nicht. Mobile Arbeitsplätze eigneten sich aus ergonomischen Gründen jedoch nicht für dauerhafte Arbeit. Es sei aber schon erlaubt, etwa im Garten zu arbeiten – mit einem entspiegelten Bildschirm und dem richtigen Sonnenschutz.

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