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Alkoholsucht: Zeichen erkennen, Eigenverantwortung übernehmen

ifaa gibt Tipps für die Suchtprävention

8,6 Arbeitsunfähigkeitstage bei Männern je 100 Versicherte und 4,3 Tage bei Frauen entfielen auf die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ (F10) – so steht es im DAK-Gesundheitsreport 2016. Am Arbeitsplatz birgt der Konsum von Alkohol besondere Risiken: Mit 0,5 Promille verdoppelt sich beispielsweise das Unfallrisiko! Die Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Mai 2017 will auf die Gefahren durch die „Volksdroge“ Alkohol aufmerksam machen. Was Unternehmen tun können, um Alkoholkonsum am Arbeitsplatz zu verhindern, Alkoholmissbrauch bei Beschäftigten überhaupt zu bemerken und Suchtprävention im Betrieb zu etablieren, erklärt Anna Peck, wissenschaftliche Expertin des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa).


Tipps für Führungskräfte und Vorgesetzte

Ganz klar: Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verlangt vom Arbeitgeber, dass er Unfallverhütungs-Maßnahmen ergreift und gegen arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vorgeht. Suchtprävention ist wichtig – auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Peck erklärt: „Präventiv wirken beispielsweise eine Betriebsvereinbarung zum Thema Suchtprävention, ein Alkoholverkaufsverbot in der Kantine bzw. in Getränkeautomaten oder auch ein generelles Verbot von Alkoholkonsum im Unternehmen.“

Führungskräfte sollten sich vorbildlich verhalten: „Die Sensibilisierung von Führungskräften im Umgang mit suchtgefährdeten Mitarbeitern ist sehr wichtig. Sie können für Mitarbeiter Vorbild sein und ihre Mitarbeiter in der Verhinderung einer Erkrankung unterstützen“, erklärt Peck. Hier gelte vor allem: Hinsehen statt Weggucken.

Führungskräfte müssten keine Experten in Sachen Alkoholprävention sein. Sie könnten das Tabuthema im Rahmen eines Fürsorgegesprächs ansprechen. Helfen könnten sie etwa, indem sie den Kontakt zum Betriebsarzt oder zu einer Suchtberatungsstelle vermittelten.

Laut der ifaa-Expertin können diese Verhaltensweisen bei Mitarbeitern auf riskanten Alkoholholkonsum hindeuten:

  • Verändertes Arbeitsverhalten
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Körperliche Veränderungen
  • Veränderte (unpassende) Trinkgewohnheiten


Tipps für Beschäftigte

Natürlich hilft die beste Suchtprävention nichts, wenn die Beschäftigten nicht auch Eigenverantwortung übernehmen. Das kann jeder Einzelne tun, damit Alkohol nicht zur Sucht wird:

  • Trinken Sie wenig.
  • Vermeiden Sie "Alkoholräusche".
  • Legen Sie mehrere alkoholfreie Tage pro Woche ein.
  • Trinken Sie nicht, wenn Sie arbeiten oder Auto fahren müssen.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Alkoholkonsum hoch ist, führen Sie ein "Trinktagebuch", um einen Überblick zu erhalten.
  • Scheuen Sie sich nicht rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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