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Spezielle Versicherung für Baubeschäftigte im Ausland

Schutz vor den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

Fast 9.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle, davon 60 tödliche, geschahen in den Jahren 2011 bis 2015 bei Beschäftigten, die im Ausland für ein bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften versichertes Unternehmen arbeiteten. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hat für sie ein spezielles Serviceangebot in petto: eine zusätzliche Versicherung, mit der Betriebe sich und ihre im Ausland tätigen Mitarbeiter vor den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten schützen können.

Wer im Ausland bei der Arbeit einen Arbeits- oder Wegeunfall erleidet, weiß meist nicht viel über das fremde Gesundheitssystem. Es fehlen Ansprechpartner und oft auch die notwendigen Sprachkenntnisse, um sich in einer solchen Ausnahmesituation zurechtzufinden. Die BG BAU bietet für solche Fälle den Service von International SOS an: Mit einer freiwilligen Auslandsversicherung soll die Lücke im Unfallversicherungsschutz geschlossen werden. International SOS, ein Kooperationspartner der BG BAU, ist für deutsche Bauunternehmen überall und rund um die Uhr erreichbar. Die Organisation soll helfen, Kontakt zu Ärzten aufzunehmen und geeignete Behandlungsschritte in die Wege zu leiten.

Laut der BG BAU bekommen Mitgliedsunternehmen beziehungsweise die verunfallten oder erkrankten Mitglieder mit diesem Auslandsschutz dieselben Leistungen wie bei anerkannten Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten in Deutschland. Dazu zählen etwa die medizinische Erstversorgung, wenn notwendig mit einem Rücktransport nach Deutschland, stationäre Behandlung in Krankenhäusern, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, aber auch finanzielle Hilfen wie Verletztengeld oder Rente. Zudem erstrecke sich der Schutz durch die BG BAU auch auf kleinere Unfälle, die ebenfalls erhebliche Kosten verursachen könnten.

Die Voraussetzungen, um diese Zusatzleistung zu erhalten, sind:

  • Der Auslandseinsatz der Beschäftigten muss im Zusammenhang mit der Tätigkeit in den Unternehmen stehen.
  • Das Unternehmen muss der BG BAU zugehörig sein.
  • Es darf bisher kein gesetzlicher Unfallschutz für die Beschäftigten im Ausland bestehen.
  • Bei Einsätzen in Gebieten mit offenen Kampfhandlungen kann die Auslandsversicherung nicht abgeschlossen werden.

Der Jahresbeitrag für die freiwillige Auslandsversicherung berechnet sich laut der Berufsgenossenschaft auf Grundlage der Anzahl der Monate, die die Beschäftigten im abgelaufenen Kalenderjahr im Ausland verbracht haben. 2015 habe der Monatsbeitrag je Mitarbeiter bei etwa 130 Euro gelegen.


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