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Neues Angebot für Rettungskräfte nach Chemikalienunfällen

Human-Biomonitoring und ärztliche Untersuchung vom TUIS

Ab sofort können Feuerwehren und andere Rettungskräfte der öffentlichen Gefahrenabwehr vom Know-how der Werksfeuerwehren aus der chemischen Industrie profitieren: Nach einem Transportunfall mit Chemikalien können sich Einsatzkräfte im Rahmen eines Human-Biomonitorings (HBM) untersuchen und sich von einem Werksarzt aus der Chemiebranche beraten lassen. So kann festgestellt werden, ob der Helfer beim Einsatz Chemikalien eingeatmet, über die Haut aufgenommen oder verschluckt hat. Mit analytischen Methoden wird nach chemischen Stoffen im Körper gesucht und ihre Konzentration wird gemessen. Das Ganze ist ein neues Angebot des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (TUIS), das im Verband der chemischen Industrie (VCI) angesiedelt ist. Mitglieder von Berufs- und Freiwilligen Wehren, die dieses HBM-Angebot nach einem Einsatz nutzen möchten, sollen sich künftig an eine TUIS-Werkfeuerwehr in der Nähe des Einsatzortes wenden. Von dort werden sie zu einem Werksarzt weitergeleitet und entsprechend betreut.


Das leistet TUIS

Seit 1982 leistet TUIS bei Transport- und Lagerunfällen mit chemischen Produkten in Deutschland per Telefon oder am Unfallort fachliche Hilfe. Berufs- und Freiwillige Feuerwehren, Polizei oder andere Katastrophenschutzhelfer sowie die Deutsche Bahn können bei den TUIS-Werkfeuerwehren kostenlos telefonische Beratung (Stufe 1), kostenpflichtig Fachleute vor Ort (Stufe 2) und technische Hilfe (Stufe 3) anfordern. Etwa 130 Chemieunternehmen sind mit ihren Werkfeuerwehren an TUIS beteiligt. Bei den Kosten handelt es sich nach Angaben im TUIS-Flyer um Entschädigung für den Aufwand.

In der chemischen Industrie ist es laut Peter Schäfer, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises TUIS,  bereits Standard, Werkfeuerwehrleute, die an einem Unfall mit Chemikalien beteiligt waren, ärztlich zu beraten und wenn notwendig ein HBM durchzuführen. 


Weniger TUIS-Einsätze - daran liegt's

Die aktuelle TUIS-Statistik zeigt, dass öffentliche Einsatzkräfte TUIS immer weniger in Anspruch nehmen: 2016 halfen die Chemie-Werkfeuerwehren in insgesamt 636 Fällen – 2015 waren es noch 760 Fälle. Die Zahl der Telefonberatungen sank 2016 auf 554. 2015 waren es noch 634 Beratungen – insgesamt ein hoher Stand. 36 Mal gab es eine Fachberatung am Unfallort; das waren genauso viele wie 2015. Technische Hilfe wurde nur nach 46 Einsätzen angefordert; 2015 waren es 90 Einsätze.

Folgende Gründe sieht Schäfer für den Rückgang der Hilfeleistungen:

  • Die Sicherheit der Transporte ist gestiegen.
  • Die öffentlichen Gefahrenabwehrkräfte sind besser ausgerüstet als noch vor wenigen Jahren. Sie verfügen über Chemieberater und ABC-Abwehrzüge mit entsprechendem Equipment.
  • Die Informationsmöglichkeiten in der vernetzten Welt werden immer besser, deswegen sinkt die Nachfrage nach telefonischer Beratung.

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