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Tipps für den richtigen Umgang mit Brandschutzkonzepten

Plan erstellen, Brandschutzmaßnahmen umsetzen!

Ein individuelles  Brandschutzkonzept ist für bestimmte Arten von Gebäuden – vom Kindergarten über das Krankenhaus bis zum Büro – verpflichtend, seit im Jahr 2000 deutschlandweit die brandschutztechnische Baulagenverordnung eingeführt wurde. Viele Einrichtungen und Betriebe haben ein solches Konzept nachträglich eingeführt; oft liegt es aber in der Schublade und wird falsch oder sogar gar nicht umgesetzt, wie die TÜV Nord Akademie erläutert. Die Folge: Das Risiko eines Brandes steigt und kann ernste Konsequenzen für den Gebäudehalter haben.

Fehlerhafte elektrische Installationen, Überhitzung oder menschliches Fehlverhalten waren im Jahr 2016 in Deutschland für mehr als 50 % der Brandfälle verantwortlich, wie eine Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) zeigt. Deutschlandweit entstehen in der Industrie jedes Jahr Brandschäden in Höhe von rund sechs Milliarden Euro. Theoretisch wären diese vermeidbar oder zumindest verringerbar, so Wolfgang Friedl, beratender Ingenieur für Brandschutz und Referent der TÜV NORD Akademie: „Ein korrekt erstelltes und umgesetztes Brandschutzkonzept könnte diese Ursachen drastisch reduzieren. Die notwendige Schulung der Mitarbeiter scheint für viele Unternehmer aber in erster Linie Kosten ohne direkt sichtbaren Mehrwert zu bedeuten. Hier liegt das größte Problem.“


Das Brandschutzkonzept – Grundlagen und Aufbau

Es gibt mehrere gesetzliche Grundlagen für ein Brandschutzkonzept, zum Beispiel die Baulagenverordnung, das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) oder die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Ein solches Konzept muss alle Maßnahmen enthalten, die eine Brandentstehung und -ausbreitung verhindern oder deren Folgen möglichst gering halten können. Erstellen und bei der Baubehörde einreichen dürfen es nur Fachplaner, zugelassene Bauingenieure und Architekten. Der Aufbau von Brandschutzkonzepten ist, mit wenigen Ausnahmen, wie folgt strukturiert:

  • Zu Beginn steht die Gebäudebeschreibung mit Informationen zu den Nutzungen, Abmessungen und den verwendeten Materialien
  • Basierend darauf schließt sich die baurechtliche Einordnung an. Hier sind genehmigungspflichtige Abweichungen, Angaben zu Sonderbauten und Ähnliches zu dokumentieren.
  • Am Ende des Brandschutzkonzepts sind bauliche, anlagentechnische und organisatorische Brandschutzmaßnahmen festgelegt, abgestimmt auf das jeweilige Gebäude.


Brandschutzkonzepte verstehen & einhalten – wieso?

„Nach der Erstellung eines Brandschutzkonzepts sehen viele Unternehmer ihr Soll erfüllt und sich selbst nicht mehr in der Pflicht. Das ist allerdings ein Trugschluss“, so der TÜV-Experte. Der Gebäudehalter beziehungsweise der Unternehmer ist natürlich dazu verpflichtet, die darin festgelegten Brandschutzmaßnahmen auch umzusetzen. Dafür muss er das Konzept lesen und verstehen. Viele Formulierungen seien für ungeübte Personen schwer zu deuten und führten schnell zu Umsetzungsfehlern. Aber gerade Brände, die durch ein fehlerhaft umgesetztes Brandschutzkonzept verursacht werden, zögen oft schwere Folgen für den Betreiber nach sich: Zum Einen könnte sich die Versicherung weigern zu zahlen; es drohe zusätzlich eine Klage wegen grober Fahrlässigkeit und gegebenenfalls sogar eine Haftstrafe. Im schlimmsten Fall könne der Betrieb ganz eingestellt werden. Die Schulung von Mitarbeitern in Sachen Brandschutzkonzept und die konsequente Umsetzung sind also ein Muss.

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