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MAK- und BAT-Werteliste 2017 mit 89 Änderungen

Diskutieren Sie mit – bis 31. Dezember 2017!

Die MAK- und BAT-Werte-Liste 2017 ist da! Jedes Jahr am 1. Juli veröffentlicht die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine aktuelle Version der Gefahrstoff-Liste. Für 2017 gibt es noch keine komplette kostenlose Liste, sondern eine Auflistung der Änderungen und Neuerungen im Vergleich zur  MAK- und BAT-Werte-Liste 2016.

Die MAK- und BAT-Werte-Liste liefert Angaben darüber, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das werdende Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder über die Haut aufgenommen werden. Die BAT-Werte benennen die Konzentration eines Stoffes im Körper, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne Gesundheitsschäden zu erleiden. Auch die Biologischen Leit-Werte (BLW) und die Arbeitsstoff-Referenz-Werte (BAR) sind in der Gefahrstoff-Liste zu finden.

Relevant sind die Informationen für die Einhaltung der Grenzwerte am Arbeitsplatz als auch für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern (SDB) gemäß der neu gefassten Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 220  "Nationale Aspekte beim Erstellen von Sicherheitsdatenblättern".

Als Teil der wissenschaftlichen Politikberatung übergibt die DFG die Liste und damit neueste Erkenntnisse in Sachen gefährliche Arbeitsstoffe an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) wiederum prüft die Änderungen und empfiehlt meist eine Übernahme in die Gefahrstoff-Verordnung.


Viele Änderungen 2017 – besonders bei den MAK-Werten

89 Änderungen und Neuaufnahmen sind in der 2017er-Liste im Vergleich zur 2016er-Liste zu finden – besonders viele Änderungen gab es bei den MAK-Werten, die die maximale Arbeitsplatz-Konzentration von Gasen, Dämpfen oder Aerosolen in der Luft am Arbeitsplatz beschreiben, die langfristig keinen Schaden verursachen. 8 Stoffe haben einen MAK-Wert bekommen; bei 22 Stoffen änderte die Kommission den Wert einschließlich der Kurzzeitwertkategorie und des Überschreitungsfaktors. Für 15 Stoffe konnte sie den bestehenden MAK-Wert nach einer Überprüfung bestätigen.

Folgende zwei Stoffe stufte die Kommission in die Kanzerogenitäts-Kategorie 4 ein:

  • Magnesiumoxid, das als Staub mit der Atemluft eingeatmet wird und in der Lunge lokal wirken kann
  • 1,4-Dichlorbenzol, das systemisch wirkt und über die Haut oder die Lunge in den Organismus gelangt und sich dort über die Blutbahn verbreitet

Wenn hier die MAK-Werte eingehalten werden, kann das vor der Entstehung eines Tumors schützen.

Keine krebserzeugende Wirkung konnte die DFG bei den Stoffen

  • Chlorthalonil und
  • 2-Butoxyethanol

feststellen. Im Tierversuch seien die Tumoren artenspezifisch und nur bei so hohen Konzentrationen aufgetreten, dass eine Gefahr für den Menschen nicht bestehe. Die Reizwirkung der beiden Stoffe beim Menschen sei außerdem so stark, dass die hohen Konzentrationen am Arbeitsplatz gar nicht erreicht würden, weil sie nicht auszuhalten wären.

Die 45 Stoffe mit einem MAK-Wert wurden außerdem auf eine Gefährdung während der Schwangerschaft hin überprüft. Seit dem letzten Jahr berücksichtigt die Kommission zudem für die Ableitung von MAK-Werten das erhöhte Atemvolumen am Arbeitsplatz. Bei 32 Stoffen wurden die MAK-Werte daraufhin bereits überprüft und teilweise abgesenkt.

Alle genannten Stoffe prüfte die Kommission auch auf ihre atemwegs- und hautsensibilisierenden Eigenschaften; bei Bis(morpholino)methan wurde neu auf die hautsensibilisierende Wirkung hingewiesen. Drei Stoffe erhielten erstmalig den Warnhinweis, dass auch die Aufnahme durch die Haut neben der Inhalation wesentlich zur Gefährdung der Gesundheit beitragen kann.


Neues bei BAT, BLW, EKA und BAR

Zehn Änderungen und Neuaufnahmen gab es bei den Werten BAT, BLW, EKA und BAR. Einen BAT-Wert haben jetzt

  • Aluminium
  • Tetrachlorethen und
  • Toluol.

Für Kupfer konnte keiner abgeleitet werden. Der BAT-Wert für Ethylenglykoldinitrat wurde gestrichen, denn die eigentlich notwendige Absenkung hätte ihn nicht mehr zuverlässig messbar gemacht.


Neuerungen zur Diskussion gestellt

Weil auch die DFG sich nicht für unfehlbar hält und an weiteren Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert ist, können Sie die Änderungen und Neuerungen bis zum 31. Dezember 2017 kommentieren und mit der DFG diskutieren.

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