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Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten: DGUV-Jahresbilanz 2016

Sprunghafter Anstieg bei der Anerkennung von Berufskrankheiten

Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 % gesunken. Die Zahl der Arbeitsunfälle stieg zwar um 1,3 % auf 877.071 an. Da aber auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zunahm, verringerte sich das Arbeitsunfall-Risiko. Es starben mit 424 Menschen außerdem 46 weniger bei einem Arbeitsunfall als im Jahr 2015: Das sind die guten Nachrichten, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in ihrer Jahresbilanz 2016 verbreitet. Die Bilanz umfasst die Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unter dem Dach der DGUV.

Einen Anstieg um 3,8 % gab es bei den meldepflichtigen Wegeunfällen: 186.070 gab es 2016; 311 endeten tödlich, das sind wiederum 37 weniger als im Vorjahr.

"Eine besonders gute Nachricht ist, dass im vergangenen Jahr so wenig Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin starben wie nie zuvor", sagte Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV: "Wir wollen dabei nicht vergessen, jeder tödliche Unfall ist einer zu viel. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat weist in seiner neuen Kampagne darauf hin, dass im Schnitt 113 Menschen von einem Unfalltod betroffen sind. Unsere Zahlen bestätigen uns deshalb darin, die Vision Zero weiter zu verfolgen. Unser Ziel ist: keine tödlichen und schweren Unfälle mehr."


Berufskrankheiten: 22 % mehr Anerkennungen

Bei den Berufskrankheiten (BK) gab es 1,9 % weniger Verdachtsanzeigen, dafür satte 22 % mehr Anerkennungen (20.539). 80.029 Feststellungsverfahren wurden 2016 abgeschlossen – in 40.056 Fällen (+7,8 %) bestätigte sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit. Eine neue Rente wurde in 5.365 Fällen bewilligt, was einem Anstieg von 6,3 % entspricht.

Für den sprunghaften Anstieg bei den BK-Anerkennungen sorgte der Weiße Hautkrebs, der seit Januar 2015 als Berufskrankheit Nr. 5103 "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" anerkannt werden kann. Dr. Breuer vermisst Prävention und aufmerksame Beschäftigte: "Man sieht im Sommer noch zu häufig Arbeiter ohne Kopfschutz und mit freiem Oberkörper. Unsere Aufgabe ist es deshalb, aufzuklären und Unternehmer wie Beschäftigte für verschiedene Methoden des Sonnenschutzes zu sensibilisieren."

Hauptursache für die 2.451 Toten infolge einer Berufskrankheit im Jahr 2016 waren Erkrankungen durch anorganische Stäube, insbesondere Asbest.


Positive Tendenz bei den Schülerunfällen

Auch die Zahl der Schulunfälle sank um 0,3 % auf 1.241.139. Schulwegunfälle gab es dagegen mit 111.216 gute 0,9 % mehr als 2015. 41 Schüler kamen in einer Bildungseinrichtung oder auf dem Weg dorthin ums Leben – das sind 20 weniger als im Vorjahr.

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