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3D-Druck: Risiken und Chancen für Beschäftigte

EU-OSHA-Bericht zur additiven Fertigung

Im Jahr 2012 versprach die Zeitschrift "The Economist", der 3D-Druck werde die nächste industrielle Revolution werden. Eine epochale Änderung der Produktion (weg von der Massenproduktion), der Logistik (wenn jeder Produkte ausdrucken kann, werden Lieferketten obsolet), des gesellschaftlichen Umbruchs (mehr Teilhabe dadurch, dass jeder Produkte ausdrucken kann, die er möchte) und eine ganz neue Form der Individualität stünden an.

Die große 3D-Revolution lässt aber auf sich warten. Im Jahr 2017 hat laut der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in hochentwickelten europäischen Ländern gerade mal 1% der Bevölkerung einen 3D-Drucker. Die meisten 3D-Drucke entstehen in den privaten 4 Wänden und nicht gewerblich. Nach Einschätzungen der EU-OSHA wird der 3D-Druck die existierende Industrie nicht ersetzen, wie es der Economist prophezeite, sondern ein Zusatz dazu sein. Grund genug für die EU-OSHA, die Chancen und Risiken für Beschäftigte zu untersuchen. Die Ergebnisse finden Sie im englischsprachigen Bericht "3D Printing and Additive Manufacturing – The Implications for OSH".

Die Publikation bietet einen Überblick über die verschiedenen Techniken im 3D-Druck, über die verwendeten Materialien und die Verbreitung dieser Art der additiven Fertigung. Der 3D-Druck sei bisher am meisten im industriellen Bereich zu finden, etwa in der Automobilindustrie und in der medizinischen Produktion.

Folgende Chancen und Risiken sieht die EU-OSHA für Beschäftigte:

  • Neue Geschäftsmodelle werden möglich - jeder kann "Drucker" und Händler werden. Der Bericht nennt das Beispiel eines Möbelhändlers, der kein Ladengeschäft und kein Lager mehr braucht, sondern nur noch einen Helpdesk.
  • Die Drucker, aber auch die Materialien, können Quellen für Emissionen sein. Da die meisten Materialien aber bereits bekannt seien, sieht die Agentur hier keine unbekannte Gefahr auf Beschäftigte und Arbeitgeber zurollen.
  • 3D-Drucker sind der Einschätzung der EU-OSHA zufolge Maschinen wie alle anderen auch: Mechanische Gefährdungen durch bewegliche Teile oder elektrische Gefährdungen bestünden. Aber auch diese seien nicht neu.
  • Gefährdungen könnten entstehen, wo neue Produkte gedruckt werden. Als Beispiel nennt die EU-OSHA besonders große Teile, etwa für den Hausbau.
  • Regelungsbedarf sieht die EU-OSHA beim Urheberrecht. Wer ist verantwortlich, wenn es verletzt wird oder wenn Produkte von minderer Qualität in Umlauf kommen?
  • Auch für einen gemeinsamen Standard plädiert die Agentur, damit der Austausch von Daten und Teilen sicher und reibungslos ablaufen kann.
  • Neue Risiken sieht die EU-OSHA außerdem im Bereich der psychischen Belastungen. Job-Unsicherheit, Monotonie und Routine durch die immergleichen Druckprozesse, gleichzeitig aber ständige Weiterentwicklung der Prozesse fordern von den Beschäftigten einiges ab.
  • Beschäftigte müssten in der Regel hochqualifiziert sein und lebenslang weiter lernen, um die komplexen Drucker bedienen, warten und instandhalten und die Druckprozesse betreuen zu können.
  • Auch geregelte Arbeitszeiten und gute Bezahlung sieht die EU-OSHA in Gefahr. Schließlich sind es die jungen, schnell wachsenden Firmen oder gar Alleinunternehmer, die sich mit 3D-Druck befassen.
  • Teile des traditionellen Handwerks könnten durch 3D-Druck gefährdet sein: Die handwerkliche Produktion wird digitalisiert und demokratisiert. Es braucht keinen speziell ausgebildeten Handwerker mehr, um Produkte aus Holz oder Metall herzustellen. Im Bereich des Designs, der Programmierung, der Entwicklung und der Produktion der Drucker sieht die EU-OSHA aber neue Jobs entstehen.

Um mehr über die Untersuchungs-Ergebnisse zu erfahren und einen Ausblick darauf zu bekommen, was der 3D-Druck in Zukunft bringen könnte, folgen Sie dem Link zum EU-OSHA-Bericht!

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