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Urlaub: Ein Drittel der Deutschen kann es einfach nicht

Beschäftigte sind immer im Stress und ständig erreichbar

Eigentlich sollte der Jahresurlaub für die etwa 44 Millionen Berufstätigen in Deutschland Erholung pur und die schönste Zeit des Jahres sein. Bei vielen ist er aber eher eine kurze Arbeitsunterbrechung als wirklich Freiheit und Freizeit – das schließt zumindest die Techniker Krankenkasse (TK) aus ihrer Stressstudie. 3 von 10 Beschäftigten geben darin nämlich an, auch während des Urlaubs nicht richtig abschalten zu können. Ganze 30 % denken, ihr Job erfordere es, dass sie ständig erreichbar sind!

Dabei ist die Ferienzeit so wichtig! "Wir brauchen regelmäßige Auszeiten, um zu regenerieren und unsere Arbeitskraft zu erhalten. Auch wer nur kurz die Mails checkt oder mit der Firma telefoniert, empfindet in dem Moment vielleicht keinen Stress, kommt aber auch nicht zur Ruhe. Unser Arbeitsleben ist aber eine Langstrecke. Wer sich nicht über die Ziellinie quälen will, sollte auf sich Acht geben", erklärt Wiebke Arps, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK.

 Doch das scheint immer schlechter zu funktionieren. Der TK-Gesundheitsreport zeigt, dass sich die Fehlzeiten wegen Angst- und Belastungsstörungen in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt haben. Fast jeder sechste Fehltag in Deutschland ist inzwischen auf psychische Erkrankungen zurückzuführen.

 

Erreichbarkeitsregeln gehören zur guten Unternehmenskultur

Der Urlaub sollte das Kontrastprogramm zur Arbeit sein, empfiehlt die TK-Gesundheitsexpertin: "Wer im Job den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, sollte im Urlaub aktiv für Ausgleich sorgen. Wer in seinem Beruf körperlich belastet ist, braucht vielleicht genau das Gegenteil und möchte sich ausruhen." Was allen gemeinsam ist: Sie sollten den Kopf freibekommen und nicht an die Arbeit denken. Arps sieht hier die Unternehmen in der Pflicht: "Wenn fast 30 % der Beschäftigten sagen, sie müssten auch nach Feierabend und im Urlaub erreichbar sein, spricht das nicht für eine gesunde Betriebsorganisation. Und gerade bei den 'Always on'-Berufstätigen liegt der Stresspegel besonders hoch. Drei Viertel leiden unter Stress, 40 % stehen unter Dauerdruck."

Betriebe sollten eine Unternehmenskultur implementieren, die es den Beschäftigten ermöglicht, gesund zu arbeiten, sich zu erholen und Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bringen. Gerade erst ging die Schlagzeile durch die Presse, dass Bahn-Beschäftigte sich mehr Urlaub wünschen anstatt eines höheren Gehalts. Die Sehnsucht nach Ausgleich und Entschleunigung scheint also groß zu sein … Ständige Erreichbarkeit ist einfach ein No-Go!