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Arbeitsplatz Kita: Schon kleine Präventions-Maßnahmen bringen großen Effekt

Auswertungen zur Ergo-Kita

Schon einfache und kostengünstige Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzmaßnahmen können Beschäftigten in Kindertagesstätten großen Nutzen bringen: Das zeigt eine Auswertung des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz im Rahmen eines Projekts. Die Ergebnisse finden Sie jetzt im IFA-Report 4/2017 "Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz Kita".

Lärm, schlechte Raumluft oder fehlende Ergonomie sind nur drei der Faktoren, die Beschäftigten in Kindertagesstätten zusetzen. In Studien klagten 60 % des pädagogischen Personals in Kitas über Muskel-Skelett-Beschwerden. 73,3 % fanden ihre Arbeit grundsätzlich körperlich anstrengend. Zeit für Verbesserungen – und die müssen nicht das Budget sprengen!


Lärm, Licht, Klima, Ergonomie: Auch „Nachrüsten“ ist wichtig!

"In mehreren Vorläuferprojekten hatten wir bereits Maßnahmen identifiziert, die zum einen Muskel-Skelett-Belastungen im Kita-Alltag erfolgreich vorbeugen", sagt Professor Rolf Ellegast, stellvertretender Leiter des IFA und Projektverantwortlicher. Auch Faktoren, wie Akustik, Raumklima und Beleuchtung können Stellschrauben sein.

Auf Basis von gesammelten Erkenntnissen wurde in Rheinland-Pfalz eine sogenannte Musterkita eingerichtet, die von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und einem städtischen Träger in Neuwied realisiert wurde. Ein IFA-Projektteam hielt den Status quo der Belastungen vor Projektstart fest, begleitete die Planungs- und Bauphase und ermittelte die Arbeitssituation der Beschäftigten nach erfolgter Grundsanierung und Teilneubau. Die Ergebnisse sind eindeutig und ein Plädoyer schon für kleine Verbesserungen, wie etwa einfach nachzurüstende Akustikdecken, den punktuellen Einsatz von Stehlampen für besondere Sehaufgaben wie Dokumentationsarbeit, leichte und rollbare Möbel, zargenfreie Tische und höhenverstellbare Rollhocker. Schadstoffarme Baustoffe und Möbel sind ein wichtiger Aspekt bei der Planung und der Einrichtung.

Ellegast: "Vor allem mit Blick auf die körperlichen Belastungen ist es außerdem wichtig, nicht nur die Rahmenbedingungen zu verbessern, sondern das Personal für ein gesundheitsgerechtes Verhalten zu sensibilisieren und zu schulen. Und ganz grundsätzlich gilt: Beziehen Sie alle Beteiligten in den Prozess ein. Dann steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit!"

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