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Strengere Grenzwerte für 11 Karzinogene

Karzinogen-Richtlinie wird geändert

Für 11 Karzinogene haben sich das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union auf neue Expositionsgrenzwerte geeinigt. Die Europäische Kommission hatte 13 Änderungen vorgeschlagen. Dass diese 11 neuen Werte bald eingehalten werden müssen, soll in 50 Jahren etwa 100.000 Menschenleben retten. Es handelt sich um strengere Expositionsgrenzwerte für folgende karzinogene und mutagene Stoffe, die in der geltenden „Richtlinie über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit“ von 2004 noch nicht erfasst sind

  • Quarzfeinstaub
  • 1,2-Epoxypropan
  • 1,3-Butadien
  • 2-Nitropropan
  • Acrylamid
  • bestimmte Chrom(VI)-Verbindungen
  • Ethylenoxid
  • o-Toluidin
  • feuerfeste Keramikfasern
  • Bromethylen
  • Hydrazin.

Außerdem werden die Grenzwerte für Vinylchloridmonomer und Hartholzstäube geändert.

Die Grenzwerte geben die Höchstkonzentration an, in der ein chemisches Karzinogen in der Luft am Arbeitsplatz vorhanden sein darf.  Der Rat wird die Änderung der sogenannten Karzinogenrichtlinie zu einem späteren Zeitpunkt förmlich annehmen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Krebs in der Europäischen Union die häufigste arbeitsbedingte Todesursache. 53 % der arbeitsbedingten Todesfälle sind auf Krebs zurückzuführen.

Ein zweiter Vorschlag für neue Expositionsgrenzwerte von Karzinogenen und Mutagenen erfolgte im Zuge eines Aktionsplans von der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer im Januar 2017. Hier steht die Änderung von Grenzwerten für weitere 7 krebserregende chemische Stoffe an. Laut der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung ist mit einem erneuten Änderungsvorschlag der Karzinogen-Richtlinie für Anfang 2018 zu rechnen.