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Studie zu BGM: Mitarbeiter wollen Gesundheitstage, Arbeitgeber weniger Ausfallzeiten

So steht es 2017 um BGM in Deutschland

Warum führen so viele gerade kleinere Unternehmen kein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ein, obwohl Gesundheitsförderung im Betrieb die Fehlzeiten um ein Viertel senken kann? Und obwohl Unternehmen für jeden Euro, den sie in Gesundheitsschutzmaßnahmen investieren, ungefähr 1,60 Euro durch reduzierte Fehlzeiten einsparen? Das Unternehmen cerascreen wollte es wissen und hat 1.841 BGM-Dienstleister gefragt, wie der Stand der Dinge in Sachen BGM und BGF in Deutschland im Jahr 2017 ist – und was die Gründe dafür sind, dass Betriebe BGM ablehnen. 131 BGM-Dienstleister haben geantwortet. Die Befragungs-Ergebnisse finden Sie in der Publikation "Studie über das Betriebliche Gesundheitsmanagement in Deutschland". Das Wichtigste hier in Stichpunkten:

  • Je größer das Unternehmen ist, desto komplizierter ist die Einführung eines BGM, so zumindest die Einschätzung der BGM-Dienstleister.
  • In großen Firmen ist mehr Wissen über BGM vorhanden.
  • Gründe, die gegen BGM sprechen sind, dass Entscheider BGM für nicht notwendig, zu teuer und zu umständlich halten – in dieser Reihenfolge.
  • Unternehmen führen lieber krankenkassenunterstütze Einzelmaßnahmen durch anstatt selbst finanzierte.
  • Das Hauptmotiv dafür, ein BGM einzuführen, ist für 50 % der Unternehmen die Reduzierung der Fehlzeiten. 24 % wollen damit das Image des Betriebs aufpolieren, 10 % wollen ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden.
  • Gesundheitstage sind bei den Einzelmaßnahmen der Spitzenreiter und werden am häufigsten durchgeführt, dicht gefolgt von Einzelseminaren. Nach Einschätzungen der BGM-Dienstleister sind Gesundheitstage auch am besten dazu geeignet, um Mitarbeiter für BGM zu sensibilisieren.
  • Nur 11 % der BGM-Kunden sprechen die Dienstleister auf das Präventionsgesetz an. 40 % der Dienstleister denken, dass das PrävG für den Vertrieb von BGM-Maßnahmen keine Rolle spielt.
  • 49 % der Geschäftsleitungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben sich noch nie mit dem Thema BGM befasst, 26 % sind zumindest informiert, nur 6 % haben bereits BGM-Maßnahmen etabliert, 9 % haben kein Interesse an BGM-Maßnahmen. In Großunternehmen haben 25 % bereits BGM-Maßnahmen eingeführt, 23 % sind darüber informiert, nur 6 % haben sich noch nie mit dem Thema befasst und nur 3 % haben kein Interesse daran.
  • Bei mehr als einem Drittel von durchgeführten BGM-Maßnahmen nehmen weniger als 20 % der Beschäftigten teil. 20 bis 40 % der Mitarbeiter machen bei weiteren 30 % der BGM-Maßnahmen mit. In 4 % der BGM-Maßnahmen nehmen unglaubliche 80 bis 100 % der Belegschaft teil.
  • In 10 % der Fälle wird keine Evaluation der durchgeführten BGM-Maßnahmen gemacht, 9 % überprüfen nur selten die Wirksamkeit der BGM-Maßnahmen, 29 % gelegentlich. Nur in ein Drittel der Dienstleister wertet immer aus, was die Maßnahmen denn nun gebracht haben.


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