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Versicherungen – Welche Angebote für Arbeitnehmer sinnvoll sind

Infos zu Sinn und Unsinn von Versicherungsschutz

Betrachtet man die schiere Menge an angebotenen Versicherungen, kommen sie einem zahlreicher vor als Sand am Meer. Und natürlich empfiehlt jeder Versicherungsfachmann, sich möglichst viele Absicherungen zuzulegen. Doch welche Versicherungen für Arbeitnehmer wirklich sinnvoll und wichtig sind, klärt dieser Artikel.  


Die Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist eigentlich als absolutes Muss zu bezeichnen. Wann immer unbeabsichtigte Schäden gegenüber anderen Menschen angerichtet werden, kommt diese zum Einsatz. Da die Versicherung solche Schäden abdeckt, entgeht man der Gefahr, plötzlich einen gewaltigen und nicht zu bezwingenden Kostenberg vor sich zu haben, den man nicht mehr abtragen kann.

Übrigens gibt es seit den letzten Jahren eine interessante Variante der Versicherung: Sollte eine Person den privat haftpflichtversicherten Bürger schädigen, so übernimmt die Haftpflicht die Kosten, wenn der Verursacher des Schadens über keine ausreichenden Ressourcen verfügt, um den Schaden abzudecken. Selbstverständlich schlagen sich solche Zusätze in der Regel auch in den Kosten nieder. Problematisch ist allerdings, dass die private Haftpflichtversicherung trotz ihrer Notwendigkeit eventuelle Schäden am Arbeitsplatz meistens nicht abdeckt.

Arbeitnehmer müssen auf jeden Fall wissen, dass sie für bestimmte Schäden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht persönlich haftbar gemacht werden können. Selbst bei leichter Fahrlässigkeit besteht für den Angestellten kein Haftungsrisiko. Bei größeren Vergehen in dieser Hinsicht kann allerdings der Haftungsfall eintreten, den dann aber die private Haftpflichtversicherung in der Regel leider nicht übernimmt. Es gilt aber, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Pflichtverletzung nachweisen können muss, um ihn an der Haftung zu beteiligen.


Berufsunfähigkeitsversicherungen

Versicherungsabschluss will gut überlegt sein, Quelle: fotolia.de © rcfotostockEine Furcht vieler Arbeitnehmer besteht darin, dass sie bereits weit vor der Rente durch eine Krankheit oder einen Unfall betriebsunfähig werden und dann nicht mehr in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Ein grundlegendes Problem besteht darin, dass die Erwerbsminderungsrente nur dann in Kraft tritt, wenn der Arbeitnehmer in den letzten fünf Jahren mindestens drei davon einer Beschäftigung mit Pflichtbeiträgen nachgegangen ist. Eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren muss also entsprechend vorliegen. Zu diesen fünf Jahren zählen allerdings beispielsweise unter Umständen auch Zeiten, in denen man Krankengeld oder Arbeitslosengeld bezogen hat. Berufsanfänger sind zum Beispiel im Falle eines Arbeitsunfalls von Anfang an geschützt.

Trotzdem ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert, um die monatlichen Auszahlungen etwas höher zu gestalten. Besonders empfehlenswert ist dieser Schutz für alle Erwerbstätigen, die nicht aufgrund von Erbschaften oder anders gearteten, vorhandenen und sicheren Vermögenswerten bedeutende Rücklagen gebildet haben. Liegen derartige Vermögenswerte nicht vor, können Erwerbstätige nicht auf ihr Einkommen verzichten und sollten daher eine entsprechende Versicherung abschließen.

Vorteil: Für jüngere Berufstätige ist die Versicherung noch recht gut bezahlbar. Je nach Gesundheitszustand und Alter kann sich dies erheblich ändern.


Die Restschuldversicherung

Sollte man als Arbeitnehmer Kredite in Anspruch nehmen, die man aufgrund von plötzlich eintretender Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit nicht länger bedienen kann, sieht man sich oft vor einem immensen Problem.  Ist aber eine Restschuldversicherung abgeschlossen, übernimmt der Versicherer die Zahlung der Raten. Aber Vorsicht! Hierbei sollten potenzielle Versicherungsnehmer genau prüfen, welchen Leistungsumfang sie benötigen. Dabei müssen Arbeitnehmer abwägen, ob die Versicherung ausschließlich im Todesfall greifen soll, oder ob auch die oben genannten Gründe für den Ausfall der Ratenzahlung mit abgedeckt werden müssen. Wichtig: Wird die Arbeit seitens des Arbeitnehmers eigenmächtig gekündigt, also vorsätzlich herbeigeführt, entfällt der Versicherungsschutz aber!

Hat man vorher schon eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung abgeschlossen, ist die Restschuldenversicherung in der Regel nicht mehr notwendig. Außerdem sind diese drei Versicherungen bei vielen Anbietern günstiger als eine Restschuldenversicherung.

Wie bei vielen Versicherungen muss für den Interessenten eine Kalkulation, die überprüft, wie wahrscheinlich verschiedene Fälle eintreten könnten, stattfinden. Grundsätzlich ist ein zu umfangreicher Versicherungsschutz aber besser als ein zu geringer.


Die Risiko-Lebensversicherung

Risiken bei der Arbeit - welche Versicherung ist sinnvoll?, Quelle: fotolia.de © pressmaster

Wie bei so vielen Versicherungsmodellen ist auch die Risiko-Lebensversicherung situationsgebunden entweder sehr sinnvoll oder nicht. Für ledige Menschen, die keine Kinder haben, ist sie weniger attraktiv. Familienmütter und -väter hingegen können so ihr Einkommen nutzen, um ihre Kinder oder Partner abzusichern. Insbesondere dann, wenn der Versicherungsnehmer das Haupteinkommen der Familie generiert, sollte für dessen Ableben eine finanzielle Sicherheit für die Familie geschaffen werden. Auf diese Weise kann die Risiko-Lebensversicherung die finanziellen Einbußen für die Hinterbliebenen abmildern.


Die Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung schützt davor, dass hohe Anwalts- und Gerichtskosten vom Versicherungsnehmer selbst gezahlt werden müssen. Stattdessen wird dies dann von der Versicherung übernommen. Viele Firmen bieten zusätzlich inklusive Hotlines an, die mit Fachanwälten besetzt sind und bei kleineren Fragestellungen durchaus weiterhelfen können. Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich dann, wenn juristische Streitereien vom Interessenten für die Zukunft für möglich gehalten werden.

Eine Variante der eben vorgestellten privaten Rechtsschutzversicherung ist die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung. Gerade Arbeitnehmer, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit im Privatfahrzeug fahren oder zumindest zum Arbeitsort mit dem Privat-Kfz pendeln müssen, sollten den Abschluss einer solchen Versicherung überlegen. Sollte sich nämlich ein mehr als geringfügiger Unfall mit dem Auto ereignen, bei dem große Sach- oder Personenschäden entstanden sind, kommt man um die Inanspruchnahme eines Fachanwalts nicht herum.

Sinnvoll ist die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung auch dann, wenn der Führerscheinentzug aufgrund wiederholter Maximalgeschwindigkeitsübertretungen droht. Da das Benutzen eines Automobils für die meisten Arbeitnehmer aber von existenzieller Bedeutung ist, empfiehlt sich eine solche Versicherung, falls das Auto regelmäßig für den arbeitsweltgebundenen Gebrauch verwendet wird.

Als Zusatzleistung wird oftmals die Arbeitsrechtschutzversicherung angeboten. Und den Abschluss einer solchen sollten Arbeitnehmer durchaus in Betracht ziehen. Vor deutschen Arbeitsgerichten sind allein im Jahr 2015 fast 375.000 Klagen abgeschlossen worden. Besonders bei kritischen Themen wie ausbleibender Lohnzahlung, fristloser Kündigung, Urlaubsansprüchen und ähnlichen Streitthemen sind Profis im Arbeitsrecht gefragt. Allerdings sollten die Zusatzleistungen frühzeitig gebucht werden, denn in aller Regel gibt es Wartezeiten, mit denen sich die Versicherer vor einer Ausnutzung ihrer Angebote schützen.


Hausratsversicherung

So unterschiedlich die Arbeitnehmer in jeder Hinsicht sind, so kann auch die Antwort auf die Frage, ob für sie eine Hausratsversicherung notwendig ist, sehr unterschiedlich sein. Diese Art von Versicherung sorgt für die Absicherung der Einrichtung. Darin sind grundsätzlich, grob gesprochen, alle Güter inkludiert, die man bei einem Umzug mitnehmen würde. In der Regel zählen Leitungswasser, Sturm, Hagel und Einbruchsdiebstahl zu den abgedeckten Ursachen bei Haushaltsschäden. Problematisch ist aber, dass manche mögliche Ursachen erst noch zusätzlich dazu gebucht werden müssen. Laut der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern sollte man sich vor dem Abschluss die grundlegende Frage stellen, ob das Inventar der eigenen Wohnung durch aktuell vorhandene Vermögenswerte ohne existenziell bedeutsame finanzielle Einbußen ersetzt werden könnte.

Sollte die Antwort auf diese Frage Ja lauten, benötigt man keine Hausratsversicherung. Doch die Angabe ist sehr vage: So sind Einrichtungen von Menschen, die gerade ihr Studium zu Ende gebracht haben, nicht notwendigerweise besonders wertvoll – und doch verdienen sie mit ihren Einstiegsgehältern oft nicht genug, um den Hausrat sofort zu ersetzen.

Bei der Werteermittlung sollte man definitiv darauf achten, den Neuwert der Einrichtungsgegenstände genau zu kennen. Besonders sicher ist es dabei natürlich, Rechnungen in einem Ordner für den Fall der Fälle aufzubewahren.

Selbstverständlich zahlt eine Hausratsversicherung bei fahrlässig entstandenen und damit eigens verschuldeten Schäden nicht, so etwa bei Brandentwicklung durch ein vergessenes Abschalten des Herdes.

Definitiv ist eine Hausratsversicherung immer dann, wenn besonders teure Luxus- und Einrichtungsgüter in der Ausstattung der Wohnung vorhanden sind, sinnvoll. Der Vorteil der Hausratsversicherung ist nämlich, dass Gebrauchsspuren der verlorenen Einrichtung nicht von der ausgezahlten Summe abgezogen werden, sondern Versicherte ihre Erstattung in Gänze bekommen.


Fazit

Der Versicherungsmarkt ist zwar unüberschaubar geworden, jedoch sind einige Versicherungen von grundsätzlicher Notwendigkeit für ein einigermaßen sorgenfreies Leben. Bei anderen muss wiederum die Abwägung stattfinden, ob der Nutzen durch die Versicherung ihre Kosten rechtfertigt oder ob es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine fruchtlose Investition handelt.

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