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Die größten Gesundheitsgefahren in Tierarztpraxen

BGW-Befragungs-Ergebnisse zu Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz

Bissverletzungen und Stress – das sind in Tierarztpraxen die größten Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten. Das sagen zumindest die Tierärzte und Tiermedizinischen Fachangestellten selbst über ihre Arbeit. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wollte es nämlich wissen und hat fast 1.000 Betroffene gefragt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Darin zeigt sich, dass auf die beiden oben genannten Spitzenreiter-Gefahren Gefährdungen durch körperliche Beanspruchung folgen. Gefährdungen im Straßenverkehr und durch Tritt- und Stoßverletzungen kommen speziell in Nutztier- und Pferdepraxen oft vor.


Die Ursachen sind bekannt

Den Befragten ist durchaus bekannt, warum sie zum Beispiel so oft gebissen werden. Die Gründe sind:

  • die Abneigung von Tierhaltern gegenüber Fixierungen
  • die Unberechenbarkeit der Tiere und
  • ein Mangel an technischen Schutzvorrichtungen, etwa an Zwangsständen in landwirtschaftlichen Betrieben.


Gründe für den Stress sind

  • Konkurrenz- und Zeitdruck
  • ungeplantes Erscheinen von Klienten
  • lange Wartezeiten
  • Bereitschafts- und Nachtdienst
  • Mängel in der Arbeitsorganisation
  • Mängel im Praxismanagement
  • Mängel in der Kommunikation
  • zu wenige und zum Teil ungelernte Beschäftigte
  • der Stress des Praxisinhabers überträgt sich auf die Mitarbeitenden.


Warum Arbeitsschutzmaßnahmen nicht umgesetzt werden, hat folgende Gründe:

  • Zeitmangel, Zeitdruck und Aufwand
  • Tierbesitzer, die manche Schutzmaßnahmen ablehnen
  • ängstliche Reaktionen von Tieren.


Dabei wissen die meisten Befragten, wie es sich in Tierarztpraxen besser und sicherer arbeitet:

  • Die Komunikation mit den Tierhaltern solle sachlich richtig und höflich sein. Das könne man vorab üben; über schwierige Fälle solle man in der Teamsitzung sprechen.
  • Mit getrennten Warteräumen, speziellen Sprechstunden für eine Tierart, Terminsprechstunden mit Zeitpuffer, einer Mischung aus Terminen und offener Sprechstunde und/oder einer Telefonsprechstunde am Abend zum Besprechen von Befunden und kleineren Problemen könne man die Praxisorganisation verbessern.
  • Die Befragten schlugen außerdem eine Zertifizierung im Qualitätsmanagement vor, die die Arbeitsabläufe verbessern könne.
  • Unterweisungen könnten durch betriebsinterne Ordner zum Nachlesen, das zentrale Abspeichern aller Schulungsunterlagen sowie die systematische Festlegung der gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Unterweisungen und die Benennung einer dafür verantwortlichen Person verbessert werden.

Die BGW plant derzeit eine Online-Gefährdungsbeurteilung für tierärztliche Praxen und Medien, die sich zum Thema "Schutzmaßnahmen im Umgang mit dem Tier" an Halter wenden.

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