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Spüllösungen als Erste-Hilfe-Maßnahme nach dem Augenunfall

Fachbeitrag: Gefahren für die Augen und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Das Auge ist eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen – deshalb ist der Augenschutz bei der Arbeit sehr wichtig. Viele Arbeitsplätze lassen sich jedoch nicht in dem Maße sichern, dass keine Gefahr mehr für die Augen besteht. Jedes Jahr stehen Augenunfälle mit auf den vordersten Plätzen bei den beruflich angezeigten Unfällen. Eine schnelle und effektive Spüllösung nach dem Unfall ist deshalb von großer Bedeutung, um das Ausmaß der Verletzung zu reduzieren.


Gefahren für die Augen am Arbeitsplatz


Ein großes Gefährdungspotenzial stellt der Umgang mit Chemikalien dar. Diese können als feste, flüssige oder gasförmige Stoffe in das Auge gelangen. Häufig kommt es zu Verätzungen durch flüssige Stoffe. Säuren und Alkali können hierbei zu starken Verletzungen des Gewebes führen. Wird die Hornhaut im Auge durchdrungen, dann sind die Schäden oftmals sehr schwerwiegend.

Unfälle durch Fremdkörper, wie z. B. das Eindringen von Staub, Schmutz, Spänen, Metall- und Holzsplittern, können oberflächliche oder innere Verletzungen (zum Beispiel Blutungen) verursachen. Die Augenverletzung ist von der Größe und Geschwindigkeit der Fremdkörper abhängig. Die Fremdkörper können die Hornhaut durchdringen und in das Augeninnere gelangen, sodass auch Linse und Netzhaut geschädigt werden können.


Das Ausmaß der Augenverletzung wird also durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Konzentration einer Chemikalie – starke Säuren und Alkali haben großes Verätzungspotenzial
  • Temperatur – eine hohe Temperatur verstärkt die Verätzungseigenschaften
  • Kontaktdauer bei Chemikalien und Geschwindigkeit sowie Form von Fremdkörpern – je tiefer die Durchdringung, desto größer die Gefahr schwerer Verletzungen


Spüllösungen als Soforttherapie nach dem Unfall


Bei Verletzungen im Auge hat die Spüllösung eine große Bedeutung, um die oben genannten Schäden zu reduzieren.

Die Spüllösung sollte folgende Eigenschaften aufweisen: Sie sollte

  • effektiv sein – auch gegenüber chemischer Exposition im Auge
  • leicht und schnell auch vom Laien einsetzbar sein
  • gut zugänglich sein


Sterile Augenspüllösungen gibt es in unterschiedlichen Flaschengrößen. Sie zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus, sodass keine Wartung erforderlich und ein hohes Maß an Sicherheit bei der Anwendung gegeben ist. Dadurch wird auch ein weiteres Eindringen von Bakterien und Keimen sicher verhindert. Zum Ausspülen von Fremdkörpern hat sich als Spülflüssigkeit eine 0,9%-ige Natriumchloridlösung bewährt. Die Lösung entspricht dem natürlichen Salzgehalt des Auges und ist sehr gut verträglich.

Anwendung einer Augenspüllösung - Plum Deutschland GmbH

Bei der Spülung mit normalem Wasser beziehungsweise nicht sterilen Flüssigkeiten ist zu berücksichtigen, dass eine Verkeimung bereits nach kurzer Zeit einsetzt. Deshalb sind hierbei eine regelmäßige Wartung durch Austausch des Wassers und eine Reinigung der Flaschen erforderlich, was in der betrieblichen Praxis jedoch oft nur unzureichend umgesetzt wird.

Für die Sofortspülung nach einem Unfall mit Säuren und Alkali haben sich Phosphatpufferlösungen bewährt. Die Flüssigkeit besteht aus Phosphaten und Salzen, die natürliche Bestandteile des Körpers sind. Diese effektive Spüllösung wirkt bei Säuren und Alkali neutralisierend. Ziel bei der Spülung ist es, den pH-Wert im Auge schnell wieder auf ein normales Niveau von circa 7,4 einzustellen, um weitergehende Augenschäden zu verhindern. Zur Fortsetzung der Spülung wird auch hier die 0,9%-ige Natriumchloridlösung empfohlen.

Spezieller Augenaufsatz zum gleichzeitigen Spülen beider Augen - Plum Deutschland GmbHEin spezieller Augenaufsatz auf den Augenspülflaschen sorgt für einen gleichmäßigen und weichen Sprühstrahl. Der Verletzte kann damit den Spülvorgang ohne fremde Hilfe selbst einleiten. Dank der Austrittsdüsen ist außerdem eine verlängerte Spülzeit möglich. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass bei einer Vielzahl von Augenunfällen beide Augen betroffen sind. Hierfür sind Augenspülflaschen der neuesten Generation mit einem Aufsatz zum gleichzeitigen Spülen beider Augen erhältlich. Dadurch geht keine unnötige Zeit beim Spülvorgang verloren und der Sicherheitsstandard wird nochmals deutlich erhöht.

Wichtig ist auch, dass die Augenspülflaschen an den direkt gefährdeten Arbeitsplätzen zugänglich sind, damit eine schnelle Spülung nach dem Unfall möglich ist. Für den mobilen Einsatz wird empfohlen, die Augenspülflaschen direkt am Körper (zum Beispiel in der Jackentasche) und auch in Werkzeugkästen, Fahrzeugen und so weiter mitzuführen. Neben den Flaschen sind dafür auch sterile Augenspülampullen erhältlich.

Nach einem Augenunfall sollten Sie sich immer ärztlichen Rat einholen. Dies gilt auch bei Verletzungen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, denn die Folgen sind nicht immer gleich zu erkennen. Die Spülung sollte während des Transportes zum Arzt oder ins Krankenhaus fortgesetzt werden – deshalb ist darauf zu achten, dass ausreichend Augenspülflaschen vorhanden sind. Die weitere Therapie des Verletzten liegt dann in der Verantwortung des behandelnden Arztes.


Weitere Anforderungen an Augenspülflaschen

Bei der Auswahl der Augenspülflachen sind Qualitätsprodukte mit hoher Funktionssicherheit zu bevorzugen. Die Augenspülflaschen sollten die DIN EN 15154-4 erfüllen. Hier werden unter anderem die Leistungs- und Funktionsanforderungen sowie Gebrauchsinformationen für Augenduschen ohne Wasseranschluss geregelt. Gemäß den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes (MPG) müssen Augenspülflaschen eine CE-Kennzeichnung haben.