Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser. weitere Infos OK
Nachricht

Zahlen und Fakten zur 'Qualität der Arbeit'

Arbeitswelt-Statistik von Destatis

41 Stunden pro Woche arbeiteten Vollzeit-Erwerbstätige im Durchschnitt im Jahr 2016. 11 % arbeiteten mehr als 48 Stunden und hatten damit „überlange Arbeitszeiten“. Es sind aber nicht die Jungen und Berufseinsteiger, die 48 Stunden oder mehr in der Woche schuften: Je älter die Beschäftigten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie solche überlangen Arbeitszeiten haben … Nur 2 % der 15- bis 24-Jährigen arbeiteten 48 Stunden plus; bei den 55- bis 64-Jährigen waren es dagegen 14 %! Diese und viele weiteren Fakten aus der Arbeitswelt hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in dem Bericht „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ veröffentlicht.

Destatis erklärt auch gleich die Zusammenhänge: Es sind besonders oft die Führungskräfte, die sehr lange arbeiten, und diese sind eben häufiger unter den älteren Beschäftigten zu finden. Auch Selbständige sind für überlange Arbeitszeiten prädestiniert: Hier sind es 51 %. Bei den Arbeitnehmern in Vollzeit waren es dagegen nur 6 %. Dr. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, schlussfolgerte: „Überlanges Arbeiten ist bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen fast normal.“

Die Destatis-Zahlen bestätigen außerdem, was sämtliche Stress-Studien schon erahnen lassen: Ein hohes Arbeitstempo und Termindruck, die psychisch belastend sein können, bestimmen den Arbeitsalltag vieler Menschen. 40 % der Erwerbstätigen waren im Jahr 2015 mindestens drei Viertel der Zeit einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt. Männer waren mit 44 % stärker betroffen als Frauen mit 36 %. Bei der Anlagen- und Maschinenbedienung (56 %), bei Führungskräften (54 %) sowie in Handwerksberufen (52 %) war jeweils etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen belastet.

Auch scheint sich die Prophezeiung abzuzeichnen, dass aufgrund der Digitalisierung einfache Tätigkeiten verschwinden, weil sie von Robotern und Maschinen erledigt werden können: Laut dem Statistischen Bundesamt arbeitet ein immer größerer Teil der Erwerbstätigen in Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. Hier finden sich etwa Akademiker, Fachkräfte im Technik- oder Gesundheitsbereich oder ganz allgemein Führungskräfte. Von 37 % auf 45 % stieg der Anteil in den Jahren zwischen 1996 und 2016. Frauen arbeiteten zum Beispiel 2016 mit 47 % häufiger als Männer (42 %) in den Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzten. Der Unterschied sei auf den hohen Frauenanteil beim Lehrerberuf oder auch bei Berufen der medizinischen und technischen Assistenz zurückzuführen.

Wer an weiteren Zahlen und Fakten – unter anderem zu Arbeitsunfällen, zum Gender Pay Gap oder zu Frauen in Führungspositionen –  interessiert ist, sich aber nicht durch die komplette Publikation kämpfen will, erhält die Fakten zur „Qualität der Arbeit“ auch bequem online.