Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser. weitere Infos OK
Nachricht

Neue Pflichten beim Betrieb von Kühlanlagen

42. BImSchuV hat Änderungen gebracht

Seit Inkrafttreten der 42. Bundes-Immissionsschutzverordnung (42. BImSchuV) am 19. August 2017 müssen Kühlanlagen und Kühltürme mit einer offenen Rieselkühlung bei den zuständigen Landesbehörden gemeldet sein. Außerdem müssen Betreiber solche Anlagen regelmäßigen Kontrollen und wiederkehrenden Prüfungen unterziehen. Der Grund: Legionellen im Kühlwasser stellen eine große Gefahr dar. Epidemien in der Vergangenheit hätten dies deutlich gezeigt, wie der TÜV Rheinland berichtet.

Legionellen sind Bakterien, die gesundheitsgefährdend bis tödlich sein können. „Sie befinden sich auf jedem Oberflächengewässer. Unter 25 Grad Celsius ist den Legionellen zu kalt, sie vermehren sich nicht“, erklärt Dr. Ralf Kämmerer, Experte für Gefahrstoffe, Mikrobiologie und Hygiene bei TÜV Rheinland. Die optimale Temperatur für diese Bakterien liegt bei 35 Grad Celsius: Unter diesen Bedingungen vermehren sie sich enorm – und je mehr Legionellen, desto größer die Gesundheitsgefahr für den Menschen. In Kühltürmen und Verdunstungskühlanlagen wird diese für die Legionellen angenehm feuchte Wärme besonders reichhaltig produziert. Atmen Menschen stark mit Legionellen befallene Luft ein, kann es zu Lungenentzündungen kommen, der sogenannten Legionellose oder Legionärskrankheit. Fälle davon gab es 2010 in Ulm und 2013 in Warstein.


Anzeigepflicht und Prüfpflicht

Auch für Bestandsanlagen besteht die Anzeigen- und Prüfpflicht. Alle fünf Jahre müssten sie durch akkreditierte Inspektionsstellen geprüft werden, wie Dr. Kämmerer erläutert. Bei Anlagen, die vor dem 19.08.2011 in Betrieb genommen wurden, muss die erste Inspektion bis August 2019 erfolgt sein. Für Erst- und Wiederinbetriebnahmen müssen Prüfschritte festgelegt werden. Im Drei-Monats-Rhythmus stehen Laboruntersuchungen des Nutzwassers auf Koloniezahl und Art der Legionellen an. Das Nutzwasser muss betriebsintern mindestens alle 14 Tage chemisch, physikalisch und mikrobiologisch überprüft werden. Betreiber sind außerdem verpflichtet, ein Betriebstagebuch zu führen, in dem die Kontrollen dokumentiert sind. Und jede Anlage benötigt natürlich eine Gefährdungsbeurteilung.