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Biozidexposition bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

BAuA-Bericht schließt Datenlücke

Atembeschwerden, Hautprobleme, Augenentzündungen oder gar Schockzustände inklusive jahrelanger Gesundheitsschäden: Das sind die gesundheitlichen Auswirkungen, die Eichenprozessionsspinner (EPS) verursachen können. In den Brennhaaren der Raupen des EPS lauert das Nesselgift Thaumetopoein. Gerade deswegen müssen EPS oft mit Bioziden bekämpft werden, wenn sie Wohngebiete oder öffentliche Bereiche befallen. Doch wie stark sind Beschäftigte, aber auch Dritte durch diese Biozide gefährdet, die in der Regel versprüht werden? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat das nun untersucht. Die Ergebnisse hat sie in der Broschüre "Vergleichende Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen" veröffentlicht.

Wenn die Bekämpfung des Spinners mit Insektiziden zum Schutz des Menschen erfolgt, greift die Biozidverordnung. Laut dieser dürfen Biozidprodukte nur verwendet werden, wenn ihre sichere Verwendung geprüft ist und sie zugelassen wurden. Im Zulassungsverfahren muss eine Risikobewertung, die auf einer Expositionsabschätzung beruht, durchgeführt werden. Die notwendigen Daten dafür hat die BAuA nun vorgelegt.

Die Messungen erfolgten bei der Arbeit von drei schädlingsbekämpfenden Betrieben. Es wurde untersucht, wie stark die Beschäftigten dem Wirkstoff über die Haut und die Atemwege ausgesetzt waren. Dabei betrachtete die BAuA den gesamten Arbeitsprozess, von der Zubereitung der Sprühbrühe über die Anwendung bis hin zur Reinigung der Geräte.


Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Unbeteiligte Dritte sollten bei der Bekämpfung der EPS mehr als 5 Meter Abstand vom Sprühnebel halten, dann sind sie den verwendeten Bioziden nur in geringem Umfang ausgesetzt.
  • Anwender sind besonders dann stärker belastet, wenn sie das Mittel handgeführt mit einem sogenannten Motorsprühgerät statt mit einer Sprühkanone versprühen. Bei der Ausbringung mit der Sprühkanone befinden sie sich in einer Fahrerkabine, die vor einer größeren Exposition zu schützen scheint.
  • Alle Anwender kamen aber schon beim Ansetzen der Brühe und dem Befüllen des Tanks mit dem Wirkstoff in Berührung
  • Anhand der Daten wurde ein zuverlässiges Modell entwickelt, mit dem die Risiken für Anwender und Dritte bewertet werden können. Dieses Modell soll bei der Zulassung von Biozidprodukten als auch bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen verwendet werden.

Für detaillierte Zahlen zur Belastung der Mitarbeiter folgen Sie dem Link und laden Sie sich den BAuA-Bericht gleich kostenlos herunter!