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So war die A+A 2017

Das war das internationale Arbeitsschutz-Event in Düsseldorf

Voll, voller, A+A – das war der erste Eindruck, der sich dem Besucher der Arbeitsschutz-Messe A+A am Donnerstag bot. In den Gängen der Messehallen in Düsseldorf wimmelte es nur so von Arbeitsschützern, Sicherheitsverantwortlichen und allen anderen Arbeitsschutz-Interessierten. Und tatsächlich verzeichnete die A+A 2017 nach Angabe der Messe Düsseldorf GmbH Rekorde: 1.930 Aussteller und mehr als 67.000 Fachbesucher (2015: 65.000) kamen vom 17. bis 20. Oktober 2017 zu der internationalen Arbeitsschutz-Veranstaltung, die unter dem Motto "Der Mensch zählt." stand. Wer mit offenen Augen und Ohren die Stände passierte und die zahlreichen Vorführungen und Vorträge aufnahm, konnte viel Neues und Spannendes entdecken.


Höhenrettungs- und Brandschutz-Action in Halle 6

A+A: Sicheres Retten aus Höhen und Tiefen 2017, Messe Düsseldorf/ctillmannWer dachte, spektakulärer als vor zwei Jahren könne die Live-Demonstration "Sicheres Retten aus Höhen und Tiefen" in Halle 6 nicht werden, staunte nicht schlecht, als das Technische Hilfswerk (THW) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ein Auto im Tauchbecken versenkten. Nachdem zwei Einsatzkräfte vom DLRG den Autofahrer "befreit" hatten, sorgte die Duisburger Höhenrettung des THW für Erste Hilfe. Die Retter betonten die Wichtigkeit der Herzdruckmassage und hatten ein Gerät dabei, das diese lebensrettende Maßnahme übernimmt und den Brustkorb automatisch presst. Das Auto holten sie mit 4 Hebekissen aus dem Wasser. Eine spektakuläre Aktion am Wasserbecken, die den Zuschauern eine ungefähre Vorstellung davon vermittelte, wie so eine Rettungsaktion abläuft. Natürlich herrschten im Tauchbecken wesentlich bessere Umstände als im realen Leben, wo die Sichtweite unter Wasser oft nicht einmal eine Armlänge beträgt.

A+A 2017: Brandschutz und betriebliches Notfallmanagement, Messe Düsseldorf/ctillmannDie nächste sehenswerte Aktion gab es gleich um die Ecke ebenfalls in Halle 6: Der Bundesverband Betrieblicher Brandschutz Werkfeuerwehrverband Deutschland e.V. (WFVD) zeigte im Programmpunkt "Betriebliches Brandschutz- und Notfallmanagement" die Rettung von zwei Arbeitern aus einem Tank. Die Protagonisten von der Werkfeuerwehr von Henkel stürzten dramatisch und mit viel Knall und Rauch ab – bei dem Gedanken, dass ein Lagertank in Wirklichkeit bis zu 60 Meter hoch sein kann, wurde dem ein oder anderen Besucher ganz anders ... Ulrich Haschke von der Henkel-Werkfeuerwehr betonte, wie wichtig es ist, solche Unfälle, die dramatische Auswirkungen für die Beschäftigten haben können, zu verhindern. Die Unfallprävention ist genauso wie die Organisation einer reibungslosen Rettung die Pflicht des Arbeitgebers. Im Beispiel waren Absturzschutz und der Einsatz eines ausgebildeten Sicherungspostens das A und O, damit niemand zu Schaden kam.

A+A 2017: Digitale Feuelöschübung, Messe Düsseldorf/ctillmannWas sich in Sachen Brandschutz-Schulung und Brandschutz 4.0 tut, konnten die A+A-Besucher im Anschluss sehen: Digitale Feuerlöschübungen – mit digitalem Feuer und digitalem Löschstrahl – gibt es mittlerweile genauso wie die perfekte Vernetzung bei der Freimessung. Überhaupt war das Thema Digitalisierung allgegenwärtig: von smarter Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) über den Umgang mit der Digitalisierung der Arbeit bis hin zu Möglichkeiten der Vernetzung – vom Prototyp bis zum Serienprodukt gab es Neues und Interessantes.

Der WFVD bot als Service ein ganzheitliches Konzept für das sichere Freimessen auf einem USB-Stick kostenlos zum Mitnehmen an. Anhand des Konzeptes erhalten Arbeitsschutz-Verantwortliche Informationen dazu, was in Sachen Freimessung zu beachten ist, wer überhaupt freimessen darf, wie Personen, die freimessen dürfen, ausgebildet sein müssen, welche Technik zum Einsatz kommen kann, ein Muster eines Freigabescheins ... "Die meisten Unternehmer wissen zum Beispiel nicht, dass sie einen Freimesser schriftlich bestellen müssen", erklärte Herbert Kleinschmidt vom WFVD. Viele Sicherheitsverantwortliche bekämen lapidar den Auftrag, ein Freimess-Konzept zu erstellen, diese Arbeit könne aber mehrere Monate dauern. Mit den Daten auf dem Stick seien sie schon ein ganzes Stück weiter.

A+A 2017: Trend-Forum Safety & Security, Arbeitsschutz-Portal-RedaktionSpannend waren auch die Vorträge im Trend-Forum Safety & Security: von Atemschutz bis zur zentralen Expositionsdatenbank gab es hier viel zu hören und zu sehen. Und nicht nur bei den Vorführungen, auch an den Ständen und auf dem Freigelände gab es gefühlt mehr Präsentationen und Mitmach-Möglichkeiten als bei den vergangenen A+As. Vom Fotoshooting über Höhenrettung bis hin zum BGHW-Showtruck oder zertrümmerten Kohlköpfen, die zeigten, wie wichtig das Tragen eines Schutzhelms ist, war überall was los.


"Lizenz zum Schützen" bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen

Auch die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hatten ihren Auftritt im "Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit" dieses Mal neu aufgezogen: Besucher konnten an 16 Stationen die "Lizenz zum Schützen" erspielen. Themen der Stationen waren unter anderem staubarmes Mehl zum Schutz vor Mehlstaub (Stichwort: Präventionskampagne "Mehlstaub, nein danke!"), ein Geschicklichkeitstest an der Reaktionswand oder eine Gleichgewichtsübung mit der "Challenge-Disk".

A+A 2017: DGUV eröffnet Präventionskampagne kommmitmensch, Arbeitsschutz-Portal-RedaktionAußerdem startete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf der A+A offiziell ihre neue Präventionskampagne "kommmitmensch". Weil die Arbeitsunfallzahlen nicht mehr so stark sinken, wie es jahrelang der Fall war, wollen die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen mit dieser Kampagne dafür sorgen, dass sich die Präventionskultur in Unternehmen hin zum Besseren wandelt.

Nach vier Messetagen bleibt das Fazit: Eine actiongeladene, facettenreiche A+A 2017, die dem Besucher einen spannenden Blick auf den Arbeitsschutz bot, geht zu Ende ...

Übrigens: Die nächste A+A findet vom 5. bis 8. November 2019 in Düsseldorf statt!

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