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SCP, ISO 45001 oder SCCP?

Der Weg durch den Arbeitsschutz-Zertifikate-Dschungel

Arbeitsschutz spielt zwar in allen Branchen eine wichtige Rolle – aber gerade im produzierenden Gewerbe kann mehr nötig sein als die bloße Zusicherung, dass Arbeits- und Gesundheitsschutz-Standards eingehalten werden. So fordern zum Beispiel Auftraggeber oft Zertifikate von Fremdfirmen, die nachweisen, dass sie Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzrichtlinien einhalten. Doch welches Zertifikat macht für das jeweilige Unternehmen Sinn? Welches beweist, dass die Standards, auf die Auftraggeber wert legen, tatsächlich eingehalten werden? Christoph Zimmermann, Experte für Zertifizierungen von Sicherheits- und Arbeitsschutz-Managementsystemen bei TÜV Rheinland, führt durch den Zertifikate-Dschungel.


Das sind die gängigsten Managementsysteme

SCC (Safety Certificate Contractors), SCCP (Safety Certificate Contractors for Petrochemicals) und SCP (Safety Certificate Personnel Leasing) sind Standards in Deutschland, die dabei helfen, den Arbeitsschutz zu organisieren und das auch zu beweisen. Sie basieren auf Fragenkatalogen, die unterschiedlich umfangreich sind, und richten sich jeweils an spezielle Branchen. SCC und SCCP sind beispielsweise für technische Dienstleister interessant. Es geht um Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SGU) sowie Schulungen und klare Grenzwerte, was die Unfallhäufigkeit angeht.

Ein Installationsbetrieb für Sanitär- und Heizungsbau mit weniger als 35 Mitarbeitern kann sich zum Beispiel nach dem SCC*-Regelwerk mit 27 Pflichtfragen zertifizieren lassen. Das ist ein Beleg dafür, dass seine SGU-Aktivitäten geprüft wurden. Technische Dienstleister mit mehr als 35 Mitarbeitern oder die zusätzlich Subunternehmen mit Werkverträgen einsetzen, können sich nach SCC** auditieren lassen – mit 40 Pflichtfragen und Ergänzungsfragen. Oft sind es Auftraggeber aus der Petrochemie, der chemischen Industrie, aus den Bereichen Energie (Kraftwerke) oder Anlagen- und Maschinenbau, die dieses Zertifikat fordern. Für spezielle Dienstleister in der petrochemischen Industrie ist SCCP relevant. Dieser Standard basiert auf dem Fragenkatalog nach SCC**. „Da hier unter anderem Zusatzfragen positiv zu beantworten sind, wie beispielsweise nach einem Verfahren zur Auswertung von Inspektionen, unterscheidet sich SCCP von SCC**“, betont Zimmermann. Von Personaldienstleistern, die ihre Mitarbeiter vorwiegend in der Petrochemie und der Chemie einsetzen, können Auftraggeber ein SCP-Zertifikat verlangen. Hier befasst sich der Fragenkatalog mit SGU, Schulungen und Informationsvermittlung und ist speziell auf Personaldienstleister ausgerichtet.


Neue Norm ISO 45001

International tätige Unternehmen sollten sich laut Zimmermann nach der neuen Norm ISO 45001 zertifizieren zu lassen, denn SCC sei beispielsweise in England unbekannt. Eine Zertifizierung nach ISO 45001 bestätigt branchen- und größenunabhängig ein umfassendes Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement. Die neue Arbeitsschutzmanagement-Norm tritt nach langem, zähem Ringen voraussichtlich im Frühjahr 2018 in Kraft und löst den britischen Arbeitssicherheits-Standard OHSAS 18001 ab. „Wer sich danach zertifizieren lassen will, muss eine Systematik vorweisen und zeigen, wie er Arbeitsschutz konkret umsetzt“, erklärt der TÜV Rheinland-Experte. „Hat eine Firma aber beispielsweise schon ein SCC-Zertifikat, ist sie für die Norm schon ziemlich gut aufgestellt.“

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