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Das bedeutet die neue Leiternorm für Betriebe ...

Überarbeitete DIN EN 131 tritt am 01. Januar 2018 in Kraft

Zum 1. Januar 2018 tritt die überarbeitete Leiternorm DIN EN 131 in Kraft. Sie soll dazu beitragen, dass die Standfestigkeit speziell von Anlege- und Mehrzweckleitern verbessert wird – schließlich ist mangelnde Standfestigkeit die häufigste Unfallursache beim Einsatz von Leitern. Da Anlege- und Mehrzweckleitern besonders oft in Unternehmen verwendet werden, sind diese von der Normänderung betroffen, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erklärt. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), die Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) haben an der Änderung der Leiternorm mitgewirkt.

23.700 meldepflichtige Unfälle im Zusammenhang mit Leitern gab es allein im Jahr 2016. Fast jeder 15. Unfall endete mit schweren Verletzungen oder gar tödlich. Fast 90 % aller Leiterunfälle, so berichtet die BG BAU, fallen auf die mangelhafte Standsicherheit zurück. Die überarbeitete Norm soll also dafür sorgen, dass diese Gefahrenquelle schon bei der Herstellung minimiert wird.


Neu: größere Standbreite, Einteilung in Nutzungsgruppen

Die wichtigste Änderung der DIN EN 131 betrifft laut der DGUV alle tragbaren Anlegeleitern mit einer Leiterlänge von über drei Metern. Diese müssen nach der geänderten Norm eine größere Standbreite aufweisen, entweder durch eine Quertraverse oder durch eine sogenannte konische Bauweise.

Mehrzweckleitern mit einem aufgesetzten Schiebeleiterteil, das länger als drei Meter ist, müssen folgende Bedingung erfüllen: Das Schiebeleiterteil darf nur von der Leiter trennbar sein, wenn es mit einer Traverse ausgestattet ist, die die neue Standbreiten-Anforderung erfüllt. "Allerdings besteht in der Praxis die Gefahr, dass die Extra-Traverse als zusätzliche Standfläche benutzt wird. Das wiederum kann Unfälle begünstigen. Hierauf weist die Norm mit einer Nutzungseinschränkung hin", erläutert Thomas Jacob von der BGHW.

Die zweite wichtige Neuerung ist, dass Leitern in Zukunft  in zwei Nutzungsgruppen unterteilt werden: Leitern für den gewerblichen und Leitern für den privaten Gebrauch. Piktogramme machen die Klassifizierung deutlich.


Das bedeutet die neue Norm für die Betriebe …

Ältere Leitermodelle, die nicht der aktuellen Norm und somit dem Stand der Technik entsprechen, können weiter verwendet werden, wenn deren Sicherheit für den entsprechenden Arbeitsauftrag gewährleistet ist. "Nur weil Produkte mit einem höheren Sicherheitsgrad zur Verfügung stehen, bedeutet das nicht, dass die anderen Produkte verboten sind. Wenn eine Leiter zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens den gültigen Rechtsvorschriften entspricht, darf sie auch nach einer Aktualisierung der Rechtsvorschrift verwendet werden", so Jacob.

Sollte bei einer Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsmittels herauskommen, dass die Standsicherheit der Leiter nicht gewährleistet ist, empfiehlt die DGUV je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung die entsprechende Leiter mit einer Traverse nachzurüsten. Geprüft werden dürfen Leitern nur von beauftragten sogenannten „befähigten Personen“, die speziell ausgebildet und geschult sind und Berufserfahrung haben.