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Tödliche Unfälle an elektrisch höhenverstellbaren Therapieliegen

BGW warnt und empfiehlt Schutzmaßnahmen

Elektrisch höhenverstellbare Therapieliegen erleichtern in den Bereichen Medizin, Therapie und Wellness die Arbeit – sie bergen  aber auch Risiken. Zwei tödliche Unfälle gab es in jüngerer Vergangenheit; deswegen rät die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) Praxen, Kliniken und weiteren Einrichtungen, vorhandene Liegen und Sicherheitsabläufe zu überprüfen.

Die Gefahr: Wird die elektrische Höhenverstellung unbeabsichtigt betätigt, kann eine Person unter der Liege eingeklemmt werden. „Im schlimmsten Fall so ungünstig, dass sie sich nicht mehr selbst befreien oder die Abwärtsbewegung der Liege stoppen kann und schließlich durch den steten Druck zu Tode kommt", erklärt BGW-Präventionsexpertin Ursula Schlegel. "Kommt es zu einem Unfall, kann dieser fatale Folgen haben. Die Gefährdung ist somit als hoch einzustufen. Unternehmen müssen daher unbedingt zeitnah tätig werden", erläutert Schlegel. Für die Sicherheit eigener Mitarbeiter und die Sicherheit Dritter wie Reinigungspersonal und zu behandelnde Personen.


Nachrüstung oder Neuanschaffung: Hauptsache sicher!

Schon 2004 veröffentlichte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Empfehlung, die fordert, dass automatisch höhenverstellbare Therapieliegen über Sicherheitsmechanismen verfügen sollten. Eine Sperrbox, die nur von autorisierten Personen betätigt werden kann, oder zwei räumlich getrennte Schaltelemente können verhindern, dass die Höhenverstellung aus Versehen in Betrieb gesetzt wird. Laut der BGW helfen die meisten Hersteller dabei, auch andere Lösungen zu finden.

Die Präventionsexpertin weist auf die Sorgfaltspflicht der Arbeitgeber hin: "Sicherheit ist zum einen eine Frage der Technik. Alte Liegen müssen daher entsprechend nachgerüstet sein.“ Die Betriebssicherheitsverordnung und das Medizinprodukterecht sind hier ausschlaggebend. Bei Neuanschaffungen sollte darauf geachtet werden, dass ein Modell mit Hubsäule gewählt wird und ausreichend Abstand zwischen den Konstruktionsteilen ist. Das könne Unfälle verhindern.


Verhaltensprävention ergänzt die Sicherheitstechnik

Sicherheit ist meist aber nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Organisation und des Verhaltens der Mitarbeiter. Das trifft auch in diesem Fall zu. Schlegel erklärt anhand eines Praxis-Beispiels, wie ein falsch eingesetzter Sicherheitsmechanismus wirken kann: "Es gibt zwar eine Sperrbox, bei der ein Sicherungsstift nach jeder Benutzung der Liege abgezogen werden muss. Doch das wurde versäumt und hatte tragische Folgen. Stellen Sie also bitte in Ihrer Einrichtung sicher, dass alle wissen, was zu tun ist, und dass sie stets entsprechend handeln."

Und es sind alle Beteiligten, von den eigenen Beschäftigten bis hin zu Fremdfirmen, die über Risiken und Schutzmaßnahmen Bescheid wissen müssen. Bei „Neulingen“ müssten Sicherheits-Unterweisungen direkt erfolgen, so die BGW-Fachfrau: "Sie sind noch nicht mit den Gegebenheiten vertraut und damit besonders gefährdet. Unterweisungen müssen außerdem regelmäßig wiederholt werden."