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Unfaires Verhalten des Arbeitgebers tötet die Produktivität

Feldexperiment zeigt den 'indirekten Effekt von unfairem Verhalten'

Wenn Arbeitgeber Beschäftigte unfair behandeln, dann leidet die Produktivität der Betroffenen. Das dürfte niemanden überraschen. Ein Feldexperiment hat nun gezeigt: Nicht nur die direkt Betroffenen bringen dann nicht mehr die übliche Leistung. Auch die Kollegen derer, die unfair behandelt wurden, arbeiten unproduktiver. Um genau zu sein: Im Experiment sank ihre Produktivität um 12 %! Das steht im Bericht "Measuring Indirect Effects of Unfair Employer Behavior on Worker
Productivity – A Field Experiment"
.

Für diese Erkenntnis richteten Forscher unter anderem vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern ein Call-Center mit 195 Mitarbeitern ein. Das Gehalt war okay, die Arbeitszeiten flexibel, die Atmosphäre gut, der Leistungsdruck gering. Der ideale Arbeitsplatz also, bis zum zweiten Arbeitstag, als 20 % der Beschäftigten entlassen wurden, um Kosten zu senken, was auch so kommuniziert wurde. Die Folge: Die Produktivität der verbliebenen in keiner Weise betroffenen Mitarbeiter sank um oben genannte 12 %. Auch die Qualität der Arbeit litt unter der unfairen Behandlung der Kollegen.

Was die Forscher überraschte: Die Produktivität der nicht betroffenen Beschäftigten sank so stark, wie es bei einer Lohnkürzung bei direkt Betroffenen passiert. Dieser "indirekte Effekt von unfairem Verhalten" ist ein hoher Preis, den Unternehmen zahlen, ohne es bis dato gewusst zu haben, wie die Forscher betonen.

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