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Das müssen Sifas können ...

BAuA-Bericht zu Qualität und Quantität der sicherheitstechnischen Betreuung in Deutschland

Mangelnde Kooperationsfähigkeit, zu wenig Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeit, die Selbstreflexion lässt zu wünschen übrig und die modernen Arbeitsschutz-Themen wie psychische Belastungen lassen sie außen vor … Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) entwirft im heute veröffentlichten Bericht "Bedarf an Fachkräften für Arbeitssicherheit in Deutschland" kein besonders gutes Bild von Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sifa). Dabei sind Sifas in vielen deutschen Betrieben für die sicherheitstechnische Betreuung und damit für Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (mit) zuständig.

Für den Bericht ging die BAuA den zentralen Fragen nach: Was müssen Sifas können, um ihren Job gut zu machen? Und wird es in Zukunft genügend Sifas geben oder droht auch hier ein Fachkräftemangel? Quantität und Qualität der Sifa-Arbeit standen also auf dem Prüfstand. Die gute Nachricht: Einen drohenden Engpass an Sifas sieht die BAuA nicht auf Deutschland zukommen. Einem aktuellen Bedarf von zwischen 17,3 und 37,6 Millionen Betreuungsstunden stehen verfügbare Kapazitäten zwischen und 34,8 und 61 Millionen Stunden gegenüber, die die derzeit verfügbaren Sifas (zwischen 52.400 und 59.700 sind das), erfüllen können.  Aber: Sifas müssen – neben dem bisher schon geforderten "klassischen" Arbeitsschutz-Know-how–, über immer mehr Kompetenzen verfügen! Die neue Sifa-Ausbildung, die 2018 an den Start gehen soll, ist darauf ausgerichtet.


Neue Sifa-Ausbildung soll aktuelle Defizite beheben

Neben dem traditionellen fachlichen Arbeitsschutz-Know-how geht es in der Sifa-Ausbildung ab 2018 vor allem um methodische, soziale und personale Kompetenzen. Nicht mehr Wissensvermittlung soll im Vordergrund stehen, sondern Teilnehmer sollen sich die neuen Kompetenzen aneignen, diese einüben, anwenden und reflektieren.

Die aktuellen Defizite in der Sifa-Arbeit benennt die BAuA in ihrem Bericht klar und deutlich:

  • Fachliches Know-how fehlt unter anderem bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz, alter(n)sgerechter Arbeitsgestaltung, Inklusion oder Gesundheitsförderung.
  • Mängel in Sachen Methodenkompetenz hat sie beobachtet, wenn Sifas Arbeitsschutz in das betriebliche Management integrieren sollen, eine arbeitsschutzgerechte Arbeits- und Unternehmenskultur unterstützen sollen und sich präventiv in Changeprozesse einbringen sollten.
  • Auch beim Umgang der Sifas mit sich selbst sieht die BAuA in folgenden Bereichen Verbesserungsbedarf: Sifas seien oft zu sehr auf die klassischen Arbeitsschutz-Themen beschränkt. Sie seien zu selten Initiatoren neuer Prozesse, vernachlässigten neue Arbeitsschutzthemen und hätten oft Probleme damit, Aufgaben zu priorisieren und sich Ziele zu setzen. Auch Selbstreflexion und Lernbereitschaft ließen zu wünschen übrig.

Übrigens: Grundlegend für das Tätigkeitsprofil der Sifa sind die DGUV Vorschrift 2 und das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG). Nur 48 % der Betriebe haben eine den Gesetzen entsprechende sicherheitstechnische Betreuung.


"Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben ein umfangreiches und anspruchsvolles Aufgaben- und Tätigkeitspektrum", erklärt die BAuA. Der Wandel der Arbeitswelt erfordere ein Umdenken in Sachen Arbeitsschutz. Die Grenzen von Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung verschwämmen. Neben fachlichen Kompetenzen seien deswegen die oben genannten und noch weitere Fähigkeiten notwendig.

Wo die BAuA noch mehr Verbesserungspotenzial sieht, lesen Sie im Bericht "Bedarf an Sifas in Deutschland". Folgen Sie einfach dem Link!

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