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Gesetzesänderung: Pedelecs im Betrieb kostenlos laden

Steuerfreie Stromweitergabe möglich

Betriebe dürfen ihren Beschäftigten jetzt kostenlos Strom zum Laden ihrer Pedelecs weitergeben. Seit 2016 war das schon für Strom für das Laden von E-Autos und E-Rollern erlaubt. Nun hat das Bundesfinanzministerium auch Pedelecs in diese Regelung aufgenommen. So können Arbeitgeber nachhaltiges Pendeln und Mobilitätsmanagement kostengünstig betreiben.

Das "Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr" soll dazu beitragen, dass die Zahl der Ladestationen steigt. Unternehmen dürfen ihren Mitarbeitern demnach Strom zum Tanken von Elektrofahrzeugen kostenlos weitergeben, ohne dass dies als geldwerter Vorteil gewertet und von den Beschäftigten versteuert werden muss. "Allerdings wurde dabei eine wichtiger Bereich der Elektromobilität vergessen: das Fahrrad", wie der ACE Auto-Club Europa e.V. berichtet.

Und das, obwohl im letzten Jahr über 600.00 Fahrräder mit Elektrounterstützung verkauft worden seien. Während das Elektrofahrrad also einen Siegeszug angetreten hat, sind E-Autos immer noch wenig verbreitet. 2017 seien zehnmal so viele E-Bikes verkauft worden wie Elektroautos und Plug-In-Hybride zusammen. Viele Pendler kämen mittlerweile mit dem Pedelec zur Arbeit, eine stromsparende Alternative zum E-Auto: Die benötigten Strommengen von Fahrradakkus seien im Vergleich zu Autos marginal.


Ladesäulen-Nutzung durch Radfahrer nicht immer möglich

Und noch einen Vorteil haben die E-Fahrräder gegenüber E-Autos: Pedelecs benötigen wegen ihrer überschaubaren Akkukapazitäten nur normalen Haushaltsstrom. Für sie braucht es gar keine gesonderte Ladestation mit Starkstrom. Im Gegenteil: Sie können diese nur nutzen, wenn sie auch über normale Steckdosen für die Ladekabel der Pedelecs verfügen. Der ACE empfiehlt außerdem abschließbare Fächer für das Laden, damit die Akkus nicht abhandenkommen. Der Pedelec-Akku kann aber auch im Büro geladen werden.


Geringe Stromkosten, hoher Nutzen

Der ACE betont außerdem, dass die finanzielle Belastung von Unternehmen, die den Beschäftigten das Laden von Pedelec-Akkus am Arbeitsplatz erlaubten, minimal sei. Die E-Rad-Akkus benötigten maximal eine halbe Kilowattstunde Strom, sodass das Aufladen nicht mehr als 15 Cent koste. Hochgerechnet auf zehn Pedelec-Fahrer im Betrieb, die zweimal pro Woche Strom tanken, verursache das gerade einmal Kosten von 60 Euro im Jahr. Deswegen sei es auch nicht der finanzielle Vorteil, der für die meisten Pedelec-Fahrer entscheidend sei, sondern der logistische: "Wer regelmäßig im Betrieb sein Pedelec auflädt, muss dies nicht zu Hause tun und steht damit auch nicht morgens ohne Strom da, wenn er abends vergessen hat, das Ladegerät in der heimischen Garage einzustecken." Das kostenlose Laden sei außerdem ein wichtiges Zeichen, dass sich der Arbeitgeber um die Nutzer von Pedelecs kümmere.


Sprechen Sie den Arbeitgeber an!

Beschäftigte sollten Arbeitgeber auf diese steuerliche Neuregelung aufmerksam machen. Wenn Ladesäulen in Planung seien, sollten Pedelec-Fahrer außerdem auf ihre Bedürfnisse hinweisen. Vorhandene Ladestationen können fahrradgerecht umgebaut werden.

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