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Sicherer Straßenverkehr: Achtung vor der Frühjahrsmüdigkeit!

Schlafmangel erhöht die Unfallgefahr messbar

Hat sie Sie auch erfasst, die Frühjahrsmüdigkeit? Der Klimawechsel von winterlicher Kälte zur Frühlings-Wärme macht jetzt vielen zu schaffen. Autofahrer sollten deshalb darauf achten, dass sie gut und ausreichend schlafen. Das gilt gerade für Berufspendler (im morgendlichen Berufsverkehr passieren über den Tagesverlauf gesehen die meisten Unfälle), Beschäftigte, die viele Dienstfahrten machen, oder Berufskraftfahrer. Eine Faustregel: Jede Stunde ohne Schlaf erhöht das Risiko für einen Verkehrsunfall – nach nur vier bis fünf Stunden Schlaf ist die Wahrscheinlichkeit für einen Verkehrsunfall 4,3-mal höher als nach sieben oder mehr Stunden Schlaf. Nach weniger als vier Stunden Schlaf steigt das Risiko hierfür sogar um das 11,5-fache. "Wer nicht ausreichend schläft, riskiert einen Sekundenschlaf und einen Verkehrsunfall in der Folge", erklärt Dr. Wilfried Böhning, Chefarzt des Schlafmedizinisches Zentrums der Karl-Hansen-Klinik.

Zu wenig Schlaf mindert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und kann sich damit negativ auf das sichere Führen eines Fahrzeuges auswirken. Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecken und künftige Entfernungen können falsch eingeschätzt werden. Besonders gefährlich ist der Sekundenschlaf, auf den der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sogar eine Präventionskampagne mit dem Titel "Vorsicht, Sekundenschlaf!" gemünzt hat. "Schon drei Sekunden Schlaf kommen bei einem Tempo von 100 km/h einem Blindflug ohne Kontrolle über das Fahrzeug von 83 Metern gleich – das kann tödlich enden", warnt Ute Hammer, DVR-Geschäftsführerin. Wer einen müdigkeitsbedingten Verkehrsunfall verursacht, hat zu 42,5% in der Nacht davor einmalig zu wenig geschlafen. 34,1 % haben ein grundsätzliches Schlafproblem, wie die European Sleep Research Society 2015 herausfand


Schlafstörungen: Hohes Risiko für Verkehrsunfälle und ernsthafte Krankheiten

Grundsätzlich leiden immer mehr Menschen an einer Schlafstörung. So stieg die Zahl der Berufstätigen mit Schlafstörungen von 2010 bis 2017 um 66 %, wie die DAK herausfand. Schlafmangel erhöht aber nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch das für Stoffwechselerkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem und psychische Störungen. "Schlafstörungen wie etwa bei der Schlafapnoe können das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und eine verkürzte Lebenserwartung erhöhen", ergänzt Dr. Böhning.



Mehr Schlaf für sicheres Fahren

Wer sich nicht ausgeschlafen, konzentriert und leistungsfähig fühlt, sollte eine anstehende Fahrt lieber verschieben. Starten Sie eine längere Fahrt beispielsweise nach einem Mittagschlaf und planen Sie eine Zwischenübernachtung ein. Wer unterwegs müde wird, sollte unbedingt eine Pause einlegen, bei der er mit etwas Bewegung den Kreislauf aktiviert. Was laut Hammer definitiv nicht gegen Müdigkeit am Steuer hilft, sind vermeintliche Tricks wie koffeinhaltige Getränke oder ein offenes Fenster und laute Musik.

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