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Studie: Grippekranke gehen zu früh wieder arbeiten

2 Gruppen fühlen sich bei einer Krankschreibung besonders schlecht ...

Kurieren Sie sich bei Grippe & Co. vollständig aus, sonst drohen der Rückfall oder ernsthafte Folgeerkrankungen! Beschäftigte in Deutschland sind nicht besonders gut darin, auf sich aufzupassen, wie die Betriebskrankenkasse pronova BKK jetzt in einer Studie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement herausfand, für die über 1.600 Personen befragt wurden.

Vor allem Frauen und Teilzeitbeschäftigte meinen, dass sie besonders schnell wieder arbeiten gehen müssen. Bei einer akuten Krankheit blieben sie zwar zu Hause, sie kurierten sich aber nicht vollständig aus. Und auch bei leichten Erkrankungen schleppen sich Arbeitnehmer oft noch ins Büro oder den Betrieb.

  • 62 % fühlen sich schlecht, wenn sie eine Krankschreibung einreichen, selbst wenn sie eine schwerwiegende Erkrankung wie eine Grippe haben. Bei den Frauen sind es sogar 72 %, die sich schlecht fühlen, wenn sie sich krank schreiben lassen.
  • Mit Rückenschmerzen gehen 57 % der Befragten noch arbeiten.
  • 44% arbeiten trotz Heuschnupfen und anderen Allergien.
  • 22 % ignorieren, dass sie mit einem ansteckenden Infekt nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die der Kollegen strapazieren.
  • 16 % gehen sogar noch mit einer Grippe mit Fieber oder einer Bronchitis zum Job.


Nach 2 Tagen ist die Abteilung aus Krankheitsgründen außer Gefecht

"Wenn der Körper mit Fieber gegen Viren oder Bakterien kämpft, braucht er Ruhe, sonst dauert die Erkrankung nur länger. Leichtes Fieber mit Medikamenten zu unterdrücken, ist nicht ratsam", sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt der pronova BKK. "Wenn Mitarbeitende trotz Fieber zur Arbeit kommen, erleichtert das die Verbreitung einer Grippe. Kollegen können sich über Tröpfcheninfektion beim Husten, aber auch über Türklinken, Telefonhörer und Treppengeländer anstecken. Schon nach zwei Tagen kann die halbe Abteilung mit ersten Symptomen rechnen."

Bei leichten Erkältungen ist es laut dem Gesundheitsexperten oft tatsächlich Ermessenssache, ob der Patient noch zur Arbeit gehen kann oder lieber das Bett hüten sollte. Bei einer Grippe ist Arbeiten aber ein absolutes No-Go. Der Experte benennt den wichtigsten Unterschied zwischen einer Erkältung und einer im schlimmsten Fall lebensbedrohlichen Grippe: Die Grippesymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und Fieber kommen plötzlich, während sich eine Erkältung eher "anschleicht".

Wer fünf bis sieben Tage zu Hause bleibt, hat die Grippe oft überstanden. 35 % der Befragten dauert das allerdings zu lange: Sie kurieren sich nicht richtig aus und gehen wieder arbeiten, sobald die schlimmsten Symptome verschwunden sind. Herold erklärt: "Eine vollständige Genesung braucht ihre Zeit. Eine zu frühe Rückkehr hilft auch den Kollegen nicht und macht einen Rückfall wahrscheinlicher."

Frauen und Teilzeitkräfte fühlen sich besonders unter Druck

Frauen und Teilzeitkräfte haben am häufigsten das Gefühl, dem Arbeitsplatz nicht zu lange fernbleiben zu dürfen: 66 % der Frauen und 65 % der Teilzeitkräfte gehen trotz Rückenschmerzen zur Arbeit. 53 % der Frauen und 54 % der Teilzeitkräfte trotz Erkältung oder Durchfall.

Sie hätten das Gefühl, dass bei ihnen stärker auf Krankheitszeiten geschaut werde als bei ihren männlichen Kollegen. "Diesen Eindruck sollten Arbeitgeber erst gar nicht aufkommen lassen", sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK.

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