Nachricht

Hautschutzkonzept: Das muss es beinhalten

Hände und Haut am Arbeitsplatz schützen

Der internationale Tag der Händehygiene am 5. Mai soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, die Hände regelmäßig zu reinigen – so schützen Sie Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen. Besonders dort, wo viele Menschen zusammentreffen, also auch am Arbeitsplatz, ist die Händehygiene wichtig. Ob auf der Toilette, in der Küche oder auf der Tastatur: Keime, Bakterien und Viren lauern überall. Neben den alltäglichen Gefahren durch mangelnde Händehygiene gibt es Jobs, in denen Desinfektion und Entkeimung der Hände enorm wichtig und vorgeschrieben sind. Dazu gehören der Lebensmittelbereich, aber auch die Pflegeberufe. Auch wer mit Chemikalien arbeitet, muss seine Hände davon säubern und er sollte dafür sorgen, dass die gefährlichen Stoffe seiner Haut nichts anhaben können. Damit Handschutz und Hautschutz wirkungsvoll sein können, müssen sie organisiert und strukturiert sein – und dafür sorgt ein Hautschutzkonzept.

Folgende 5 Schritte bringen Sie zu Ihrem Hautschutzkonzept:

  1. Definieren Sie die Arbeitsbereiche und Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte Hautgefährdungen ausgesetzt sind.
  2. Bewerten Sie die Gefährdungen: Um welche Art handelt es sich? Chemische, mechanische Gefahren? Feuchtarbeit? Den Umgang mit biologischen Gefahrstoffen? UV-Strahlung bei der Arbeit im Freien …?
  3. Ermitteln Sie die möglichen Schutzmaßnahmen und setzen Sie diese um. Wählen Sie die Reihenfolge nach dem STOP-Prinzip (Substitution, technische Schutzmaßnahmen, organisatorische Maßnahmen, Persönliche Schutzausrüstung – PSA).
  4. Dokumentieren Sie das alles und erstellen Sie einen Hand- und Hautschutzplan, wenn nötig auch einen Handschuhplan.
  5. Kontrollieren Sie regelmäßig Wirksamkeit und Umsetzung der Maßnahmen und bessern Sie nach, wo es nötig ist.

Ein Hautschutzkonzept ist also die Basis dafür, beruflich bedingte Hauterkrankungen, sogenannte Dermatosen, zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen.


Übrigens: Achten Sie auch im privaten Bereich auf guten Schutz für Haut und Hände! Ihre Haut kann nicht unterscheiden, ob sie beruflichen oder privaten Belastungen ausgesetzt ist. Wer also auf der Arbeit alle Schutzmaßnahmen einhält, bei der Gartenarbeit, beim Putzen, bei Renovierungsarbeiten oder bei einem hautgefährlichen Hobby aber nicht auf seine Hände achtet, riskiert trotzdem Hautkrankheiten.


Der Hand- und Hautschutzplan – holen Sie sich Hilfe bei der Sifa oder beim BA

Führt ein Beschäftigter sogenannte "hautgefährdende Tätigkeiten" aus, muss der Arbeitgeber einen Hand- und Hautschutzplan erstellen (lassen). Dieser sollte Teil eines ganzheitlichen Hautschutzkonzepts sein. Er muss speziell angefertigt werden und auf die Arbeitsverhältnisse im Betrieb individuell zugeschnitten sein. Den einen Hautschutzplan für alle gibt es nicht; Hautschutzplan-Muster, die Sie nur noch an Ihre Bedürfnisse anpassen müssen, bekommen Sie aber bei den Berufsgenossenschaften.

Im Hautschutzplan geht es also detailliert um Schutzmaßnahmen. Darin wird festgehalten, welche Gefährdungen es wo gibt und wann welche Pflege-, Reinigungs- oder Schutzprodukte angewendet werden müssen, um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Grundsätzlich sollten beim Hand- und Hautschutz ganzheitliche Lösungen angestrebt werden, die vor und während der Arbeit schützen und nach der Arbeit pflegen: So gibt es Hautreinigungsmittel und Hautschutzmittel, die vor und nach der Arbeit angewendet werden sollten. Hautpflege findet nach der Arbeit Anwendung und sorgt dafür, dass die Haut sich bis zu ihrem nächsten "Einsatz" erholt. Um die richtigen Produkte zu finden, können sich Verantwortliche vom Betriebsarzt oder von der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) beraten lassen. Den fertigen Plan sollten Arbeitsschutz-Verantwortliche so aushängen, dass ihn die Mitarbeiter gut sehen, zum Beispiel neben dem Waschbecken.

Wenn Schutzhandschuhe notwendig sind, macht in größeren Betrieben ein Handschuhplan Sinn. Dieser beschreibt, wann welche Schutzhandschuhe getragen werden sollten. Besonders bei Chemikalienschutzhandschuhen ist eine genaue Kenntnis der Schutzeigenschaften wichtig. Wer dafür verantwortlich ist, Handschutz auszuwählen, der bei einer Chemikalienexposition schützt, sollte sich gut mit Dingen wie Permeation und Chemikalienbeständigkeit auskennen.


Übrigens: Untersuchungen am IFA zeigten, dass Chemikalienschutzhandschuhe unter realen Arbeitsbedingungen nur ¼ der Durchbruchszeit erreichten, die sie unter Normbedingungen aushielten. Ein Austausch ist also lieber früher als zu spät vorzunehmen. 


Verantwortlichkeiten regeln – Unterweisungen durchführen

Das Hautschutzkonzept sollte des Weiteren regeln, wer für die Beschaffung und das Lager von eventuell notwendiger PSA zuständig ist.

Wichtig ist auch, dass Mitarbeiter unterwiesen werden, was Hand- und Hautschutz angeht. Bei Chemikalienschutzhandschuhen, bei denen es sich schließlich um PSA der Kategorie III handelt, ist sogar eine praktische Übung gesetzlich vorgeschrieben. Hier ist es zum Beispiel wichtig zu lernen, wie der Handschutz an- und ausgezogen wird.

Nur wenn Hautschutzmittel, Hautpflege-Produkte und andere Schutzmaßnahmen richtig eingesetzt werden, können sie auch so wirken, wie sie sollen.


Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Feuchtarbeit & Co.

Der Betriebsarzt sollte nicht nur bei der Auswahl der richtigen Schutzhandschuhe oder der geeigneten Hautschutzprodukte beratend zur Seite stehen. Bei Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als 2 Stunden am Tag muss der Arbeitgeber eine Vorsorge-Untersuchung anbieten (Angebotsvorsorge). Pflichtvorsorge gilt unter anderem für

  • Feuchtarbeit von regelmäßig 4 Stunden pro Tag oder mehr
  • Tätigkeiten mit Isocyanaten, bei denen Hautkontakt nicht vermieden werden kann oder bei denen eine Luftkonzentration von 0,05 mg/m3 überschritten wird
  • Tätigkeiten mit Belastung durch unausgehärtete Epoxidharze oder Kontakte über die Haut oder die Atemwege
  • Tätigkeiten mit Benutzung von Naturgummilatexhandschuhen mit mehr als 30 µg Protein je Gramm Handschuhmaterial


Sollte es trotz aller Schutzmaßnahmen zu Veränderungen der Haut kommen, die im Zusammenhang mit dem Beruf stehen könnten, sollte das Hautarztverfahren in Gang kommen: Bei ersten Anzeichen einer Dermatose wird der Beschäftigte an einen Dermatologen überwiesen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, informiert dieser die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, damit möglichst früh sinnvolle Präventionsmaßnahmen greifen können. Das können individuelle Hautschutzberatungen genauso sein wie Seminare. Werden Dermatosen früh erkannt, stehen die Heilungschancen wesentlich besser, als wenn erst im fortgeschrittenen Stadium die Hilfe ansetzt.

Berufsbedingte Hauterkrankungen sollen so möglichst früh erkannt werden, um die Entstehung einer Berufskrankheit 5101 "Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können" zu verhindern.

Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser.    weitere Infos OK