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Anbaugeräte: Gefahr durch Schnellwechsel-Einrichtungen

BG BAU meldet 45 schwere Arbeitsunfälle in 6 Jahren

Wer Schnellwechsel-Einrichtungen für Baumaschinen bedient und benutzt, sollte wissen, was er tut – sonst werden die eigentlich praktischen Hilfsmittel schnell zur tödlichen Gefahr! Davor warnt aktuell die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Mit solchen Schnellwechsel-Einrichtungen ist es möglich, Anbaugeräte wie Tieflöffel, Rohrgreifer oder Abbruchwerkzeuge zügig auszutauschen.

Unfälle, die mit solchen Einrichtungen passieren, enden meist mit schweren Verletzungen oder tödlich. Zwischen 2010 und 2016 zählte die Berufsgenossenschaft 45 solcher Arbeitsunfälle mit schweren oder gar tödlichen Folgen.

Meist sind es die Baumaschinenführer, die die Schnellwechsel-Einrichtungen bedienen. Wenn sie allerdings nicht auf die Verriegelung achten, können Anbaugeräte mit Gewichten von mehreren Tonnen einfach vom Ausleger fallen. Dass das in einer Katastrophe enden kann, ist logisch.

"Allein 2017 haben herabfallende Anbaugeräte zwei Mitarbeiter von Tiefbaufirmen erschlagen, vier Beschäftigte wurden schwerverletzt. Daher warnen wir davor, Schnellwechselsysteme einzusetzen, ohne dass Sicherungsmaßnahmen für den Betrieb geplant und umgesetzt sind", erklärte Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. Maschinenführer würden oft vergessen, die Verriegelung per Knopfdruck auszulösen, wenn der Ausleger und das Anbaugerät zusammengeführt wurden. Der Experte empfiehlt den Kauf von Schnellwechsel-Einrichtungen, die eine vollständige Verriegelung überwachen oder die durch eine Sperre verhindern, dass Anbaugeräte herunterfallen können. Für eine solche Anschaffung gibt es sogar eine Arbeitsschutz-Prämie von der BG BAU: Die finanzielle Förderung kann bis zu 1.800 Euro betragen.


GBU und Unterweisung sind Pflicht

Wenn Betriebe Schnellwechsel-Einrichtungen einführen, ist auf jeden Fall die Gefährdungsbeurteilung (GBU) anzupassen. Maschinenführer und andere Beschäftigte müssen außerdem in Sachen Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. "Die Maschinenführer müssen die von den Herstellern vorgegebenen Tests beim Gerätewechsel zwingend durchführen. Sie haben die Pflicht, den korrekten Sitz des Anbaugerätes zu prüfen, damit keine Personen zu Schaden kommen. Und nach jedem Gerätewechsel müssen die Fahrer persönlich nachsehen und prüfen, ob die Einrichtung richtig verriegelt ist", so Arenz weiter.

Solange der sichere Sitz des Anbaugerätes nicht geprüft wurde, darf kein Beschäftigter den Bereich darunter und drumherum betreten.

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