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Lärm-Apps eignen sich nicht für seriöse Lärm-Messungen

Applikationen erkennen Krach-Tendenz, aber nicht die Überschreitung von Grenzwerten

Lärm-Apps sind für professionelle Lärmmessungen an Arbeitsplätzen nicht geeignet – darauf weist das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (IFA) anlässlich des Tags gegen Lärm 2018 hin, der am 25. April unter dem Motto "Laut war gestern" stattfindet.

Apps machen das Smartphone zur Wasserwaage, zum Nachschlagewerk oder zum Gesundheitshelfer. Wer aber rechtsfeste Messwerte erfassen muss, sollte auf richtige Messgeräte und auf die Hilfe von Fachleuten zurückgreifen. Laut dem IFA gibt es mehr als 100 Applikationen für Smartphones, die Umgebungslärm messen. Eine Krach-Tendenz mögen sie erkennen können, ob Schallpegel aber tatsächlich über den Grenzwerten aus der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) liegen, können sie nicht zuverlässig feststellen.

"Gehörschädigender Lärm beginnt ab einem Pegel von 85 dB(A), der täglich über acht Stunden anhält", sagt Dr. Florian Schelle, Lärmexperte im IFA. Die sogenannten Lärm-Apps seien allerdings nicht geeignet zu bestimmen, ob laute Geräusche – egal wo – tatsächlich über oder unterhalb dieser gesundheitsgefährdenden Grenze liegen.

Der Experte erklärt auch, wieso das so ist: Handys filtern bestimmte Frequenzen im Geräuschspektrum, damit in erster Linie Sprache gut verstanden wird und Umgebungsgeräusche weitestgehend ausgeblendet werden. Diese Filterfunktion kann sich noch dazu mit jedem Handyupdate ändern. Schelle: "Für eine erste, sehr grobe Einschätzung im privaten Rahmen mag die App auf dem Handy sinnvoll sein. Wenn es aber darum geht, exakt über die Höhe von Lärmbelastungen zu entscheiden, raten wir von Lärm-Apps dringend ab." Auch für den privaten Bereich empfiehlt das IFA den Gang zu einer Fachstelle, wenn eine verlässliche und gerichtsfeste Lärmmessung benötigt wird. Der Lärmexperte des IFA rät: "Beauftragen Sie im Zweifelsfall spezielle Ingenieurbüros oder suchen Sie nach öffentlich bestellten Gutachtern über die Industrie- und Handelskammern. Gibt es am Arbeitsplatz Probleme mit Lärm, wenden Sie sich an Ihre Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse."

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