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Markt für PSA und Schutzkleidung wächst und wächst

Auch Digitalisierung schwächt Wachstum nicht ab

Der Markt für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Berufsbekleidung boomt. Von 2010 bis 2017 gab es eine Umsatzsteigerung von 7,6 % – unter anderem auch dank der "Fashionisierung". PSA ist mit Sicherheitsschuhen in Sneakerform oder Arbeitshosen im Freizeitlook für manche tatsächlich zum modischen Statement avanciert. Natürlich kommt auch die Funktionalität nicht zu kurz: PSA schützt immer besser vor Gefahren an Arbeitsplätzen.

Zwar fiel die Umsatzsteigerung von 2016 auf 2017 mit 0,1 % gering aus, trotzdem sagt das Meinungsforschungsinstitut Marketmedia24 in seinem "Branchen-REPORT Berufs- und Schutzkleidung 2018" der Schutzausrüstung weiter gute Zahlen voraus. Das Institut betrachtete besonders die Frage, wie die Industrie 4.0 und die Digitalisierung sich auf das Tragen von Arbeitskleidung und PSA auswirken.


Neue Konzepte und Preissteigerungen

Für die digitale Zukunft werden "neue Konzepte notwendig sein, die den Wandel begleiten", sind sich die Meinungsforscher sicher. Smarte Berufskleidung und vernetzte Sicherheitssysteme werden weiter frischen Wind in den Berufskleidungs-Markt bringen. Durch die besseren Funktionen werden allerdings auch die Preise steigen. Die Branchenkenner von Marketmedia24 rechnen mit einem Umsatzplus von bis zu 7 % bis zum Jahr 2025. Online-Handel und Mietservice dürften dabei die Gewinner sein.

Ursachen für die positive Entwicklung der Zahlen in der Branche PSA/Berufskleidung/Arbeitskleidung sind

  • ein zunehmendes Sicherheitsbewusstsein
  • die optische und funktionelle Aufwertung der Kollektionen
  • die aktuelle Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und
  • die vermehrte Gleichberechtigung des Angebots für Männer und Frauen.


"Jeder dieser Trends führt unweigerlich zu einer Verteuerung der Bekleidung", fasst Textilingenieurin, Fachjournalistin und Studienautorin Sabine Anton-Katzenbach (Textilberatung Hamburg) die Fakten zusammen. So hätten Herren- und Damenhosen deutlich zugelegt. Die Entwicklung gehe eindeutig weg vom "Notnagel" Herrenlatzhose für Damen hin zu speziellen Damenbundhosen. Das Trend-Thema Nachhaltigkeit sorge dafür, dass immer mehr Händler Kleidung aus umweltverträglichen Materialien aus fairen Herstellungsbedingungen anböten, die noch dazu besonders haltbar und langlebig sei. Ressourcenschonung und menschengerechte Arbeitsbedingungen bei der Herstellung würden für immer mehr Käufer zu wichtigen Auswahlkriterien. Der Branchenreport zeige, dass besonders aus den Niederlanden ökologische und soziale Impulse kämen, wobei deutsche Anbieter aber schon nachziehen. Der skandinavische Markt habe bei der ethischen Nachhaltigkeit die Nase vorn.


Mietservice und Online-Handel profitieren vom Schutzkleidungs-Boom

Für die Distribution von Berufskleidung ist und bleibt der Mietservice der wichtigste Kanal, der wohl auch vom neuen Trend der Sharing Economy profitiert. Mit fast einem Zehntel des Gesamtumsatzes ist der Online-Handel aber der Gewinner des Berufsbekleidungs-Marktes. Der Fachhandel sei nach wie vor stark: Kataloge oder Onlineshop könnten die Beratungsfunktion eines Fachhändlers eben nicht ersetzen. Dem Einzelhandel sagt Marketmedia24 bei der Berufs- und Schutzbekleidung einen Einbruch voraus: Der Distributionsanteil könne bis 2025 auf unter 4 % sinken.

Das Konsumverhalten habe sich durch die Vernetzung grundlegend verändert. Nutzen, teilen, tauschen würden immer wichtiger. "Erfolgreiche Konzepte orientieren sich immer stärker an der Kreislaufökonomie", so die Forscher.

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