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ASR A2.2 'Maßnahmen gegen Brände': Das ist neu

Überarbeitete technische Regel für Arbeitsstätten wurde veröffentlicht

Es gab schon viele Gerüchte – jetzt ist sie da, die überarbeitete Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände". Ziel ist nach wie vor, dass Arbeitsstätten so eingerichtet bzw. mit Löschvorrichtungen ausgestattet werden, dass Beschäftigte schnell und zielgerichtet handeln und Brände löschen können. In der neuen ASR wurden zum Beispiel die Anforderungen an die Grundausstattung mit Feuerlöschern oder die Anforderungen bei erhöhter Brandgefährdung konkretisiert. Die "organisatorischen Maßnahmen" werden jetzt in einem eigenen Punkt beschrieben – nun wird hier explizit der Brandschutzbeauftragte erwähnt. Welche Anpassungen genau in der neuen ASR A2.2 vorgenommen wurden, erklärt der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (bvbf).


Auch Feuerlöscher mit weniger als 6 LE sind jetzt erlaubt

Bei einer "normalen Brandgefährdung", wie sie beispielsweise in Büros vorliegt, erlaubt die neue ASR jetzt auch die Anrechnung von Feuerlöschern mit weniger als 6 Löschmitteleinheiten, wenn die Gefährdungsbeurteilung das als sinnvolle Maßnahme hergibt, bspw. wenn dadurch die Bedienung einfacher wird oder sich die Zugriffszeit verringert. Natürlich muss die Anzahl der leichteren Feuerlöscher entsprechend erhöht werden, außerdem ist die Anzahl der Brandschutzhelfer zu verdoppeln. Bei mehrgeschossigen Gebäuden ist jetzt die Bereitstellung von 6 Löschmitteleinheiten (LE) vorgeschrieben, während es vorher mindestens ein Feuerlöscher war. Wandhydranten sind in der neuen ASR A2.2 nicht mehr als geeignete Feuerlöschmittel vorgesehen.

Bei einer "erhöhten Brandgefährdung" sind zusätzlich zur Grundausstattung weitere Brandschutzmaßnahmen nötig; diese sind erweitert worden. Neu sind hier die Anbringung von Brandmeldern, Maßnahmen nach der TRGS 800 oder die Bereitstellung mehrerer gleichartiger, baugleicher Feuerlöscher an einer gut zugänglichen Stelle. Die Löschmittel müssen außerdem der Brandklasse angepasst werden und die maximale Wegstrecke dorthin darf 10 Meter nicht überschreiten, empfohlen werden 5 Meter bis zum nächsten Feuerlöscher. Welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.


Übrigens: Von einer erhöhten Brandgefährdung ist dann auszugehen, wenn entzündbare oder oxidierende Stoffe vorhanden sind, die örtlichen Verhältnisse eine Brandentstehung begünstigen, Arbeiten mit Brandgefährdungen ausgeführt werden oder wenn bei einem Entstehungsbrand damit zu rechnen ist, dass er sich schnell ausbreitet. Beispiele für Arbeitsstätten mit hoher Brandgefährdung sind einige Lager, Küchen, Diskotheken, Druckereien, Pflegeheime, Industrieproduktionen oder Handwerksbetriebe.


Organisatorische Brandschutzmaßnahmen sind jetzt ein eigener Punkt

Neu ist auch, dass die "Organisation des betrieblichen Brandschutzes" jetzt in einem eigenen Punkt geregelt ist: Der Arbeitgeber hat die notwendigen Maßnahmen gegen Brände und die Verhaltensregeln im Brandfall zu dokumentieren, bspw. in einer Brandschutzordnung. Diese Brandschutzordnung muss bei einer erhöhten Brandgefährdung für alle Personen, die sich an einer Arbeitsstätte aufhalten, an einer leicht zugänglichen Stelle aufgehängt oder elektronisch verfügbar sein. Auch Besucher oder Mitarbeiter von Fremdfirmen, die vor Ort tätig sind, müssen die Brandschutzordnung schnell sehen können.

In der überarbeiteten ASR A2.2 wird nun der Brandschutzbeauftragte explizit erwähnt: Bei einer erhöhten Brandgefahr muss der Arbeitgeber prüfen, ob ein Brandschutzbeauftragter mit seinen Aufgaben bestellt werden muss, der den Arbeitgeber beim betrieblichen Brandschutz berät und unterstützt.

Für Brandschutzhelfer empfiehlt die neue ASR A2.2 jetzt konkret, die Unterweisung mit Löschübungen in Abständen von 3 bis 5 Jahren zu wiederholen.

Folgen Sie dem Link direkt zur neuen Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2!

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