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Sekundenschlaf: Lkw-Fahrer haben erhöhte Einschlaf-Gefahr

DVR warnt und gibt Tipps

Lange Fahrten, monotone Strecken, unregelmäßige Schlafzeiten, Nachtfahrten … Lkw-Fahrer sind besonders stark gefährdet, am Steuer kurz einzunicken. Der sogenannte Sekundenschlaf ist natürlich äußerst gefährlich – für die Berufskraftfahrer selbst als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bezieht Lkw-Fahrende deshalb besonders in seine Präventionskampagne "Vorsicht, Sekundenschlaf!" ein. Gerade erst hat er gemeinsam mit der Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) öffentlich auf die Gefahr durch Müdigkeit am Lkw-Lenkrad aufmerksam gemacht.

Beunruhigend: 85 % der 353 Lkw-Fahrer, die im Jahr 2017 zu ihren Arbeitsbedingungen befragt wurden, glauben, dass sie wissen, wann ein Sekundenschlaf droht. Sie meinen, den Zeitpunkt, an dem sie tatsächlich einschlafen, vorhersagen und damit beeinflussen zu können. Die Projektleiterin von "Vorsicht, Sekundenschlaf!", Anna-Sophie Börries, erklärt aber, dass sich akute Müdigkeit weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft kompensieren lässt.

In der Befragung wünschte sich von den befragten Lkw-Fahrenden fast jeder Dritte, dass Arbeitgeber durch bessere Routenplanung und Rampenvorgaben dafür sorgen, dass weniger Druck entsteht. Wegen Staus durch Baustellen oder Unfälle können die Fahrer die Routenplanungen von Transportunternehmen oder die Rampenvorgaben des Verladers oft nicht einhalten. 75 % der Befragten machen vernünftigerweise eine Pause, wenn sie extrem müde sind. Fast jeder Dritte wünscht sich, auch außerhalb der gesetzlichen Ruhezeiten offiziell eine Pause machen zu dürfen, wenn er sich extrem müde fühlt.


Gegenmittel: ausreichend Schlaf

Besonders wichtig für die Sekundenschlaf-Prävention ist ausreichend Schlaf. Vor längeren Touren sollten Lkw-Fahrende versuchen, genügend zu schlafen. Laut der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten dürfen sie sowieso höchstens 9 Stunden täglich fahren und müssen spätestens nach viereinhalb Stunden ruhen. Diese Pausen sollten dann auch richtig genutzt werden. Dafür sind ideal:

  • Durch Bewegung den Kreislauf auf Trab bringen oder
  • durch einen Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten wieder neue Leistungsfähigkeit schöpfen.

"Stellen Sie sich dazu einen Wecker, lehnen Sie sich zurück, schließen Sie die Augen und kommen Sie langsam zur Ruhe", so Börries. Und noch ein Tipp von der Expertin: Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht am Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so die Erfrischung.