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BG ETEM: BK- und Unfallstatistik 2017

Unfallzahlen stagnieren: Ist die klassische Prävention am Ende?

1,4 % weniger Arbeits- und 1 % mehr Wegeunfälle: Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat ihren Jahresbericht für das Jahr 2017 vorgelegt. Was erst mal gar nicht schlecht klingt, lässt die BG aber aufhorchen: Die Unfallzahlen stagnieren. Sind traditioneller Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz ausgereizt?


Übrigens: Bei der BG ETEM sind etwa 3,8 Millionen Beschäftigte aus etwa 200.000 Mitgliedsbetrieben unfallversichert.


Seit Jahren sinkt die Zahl der Arbeitsunfälle nämlich nur noch minimal. Die Effekte von Prävention scheinen sich auf einem Level eingependelt zu haben … Johannes Tichi, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG ETEM, erklärt angesichts der stagnierenden Zahlen: "Für uns gibt es kein 'akzeptables Restrisiko'. Wir wollen neue Wege gehen, um Menschen bei der Arbeit noch besser vor Unfällen und Krankheiten zu schützen." Ein Schritt auf dem Weg dahin soll die neue Präventionskampagne "kommmitmensch" sein: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Faktoren wie Führung, Kommunikation oder Beteiligung einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit am Arbeitsplatz leisten können." Verhaltensprävention ist also angesagt.


In Zahlen berichtet die BG ETEM für 2017 Folgendes:

  • 55.404 BG-ETEM-Versicherte wurden 2017 bei einem Arbeitsunfall so schwer verletzt, dass sie mindestens drei Tage arbeitsunfähig waren.
  • Wie oben erwähnt sind das 1,4 % weniger als im Vorjahr.
  • Im gleichen Zeitraum wurden 13.150 Versicherte auf dem Arbeitsweg verletzt – mit anschließender Arbeitsunfähigkeit von mindestens drei Tagen.
  • Wie oben erwähnt ist das eine Zunahme von Wegeunfällen um 1 % im Vergleich zu 2016.
  •  5.530 Mal wurde innerhalb der BG ETEM im Jahr 2017 der Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet.
  • Das sind 3,6 % weniger als 2016. "In einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum liegt dieser Wert im Rahmen einer normalen Schwankungsbreite."
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