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Diese Betriebe setzen am meisten Schadstoffe frei

TOP-10-Schadstoffe und ihre Verursacher

Immer mehr Betriebe setzen eine größere Menge Schadstoffe frei – und zwar so viele, dass sie nach dem "Pollutant Release and Transfer Register" (PRTR) berichtspflichtig sind, weil sie die Grenze von erlaubten Mengen bei der Abfallentsorgung und beim Schadstoffausstoß überschreiten. Unterschieden wird bei Schadstoff-Emissionen zwischen sechs sogenannten "Kompartimenten":

  1. Freisetzung in Luft
  2. Freisetzung in Wasser
  3. Freisetzung in Boden
  4. Verbringung von in Abwasser enthaltenen Schadstoffen
  5. Entsorgung von gefährlichem Abfall (Grenze: mehr als 2 Tonnen) und
  6. Entsorgung von nicht gefährlichem Abfall (Grenze: mehr als 2.000 Tonnen).

In Deutschland waren im Jahr 2016 insgesamt 5.417 Betriebe berichtspflichtig nach PRTR – im Vergleich zu 5.324 im Jahr 2015 und 4.499 im Jahr der ersten Erhebung 2007. Das Register liefert einige interessante Infos zur Umweltbelastung durch Unternehmen. Hier sind die wichtigsten:

  • Mehr als zwei Drittel aller berichtspflichtigen Betriebe entsorgen jährlich mehr als 2 Tonnen gefährlichen Abfall, etwas über 38 % entsorgen mehr als 2.000 Tonnen nicht gefährliche Abfälle. Sie sind damit meldepflichtig, was Abfälle angeht.
  • 28 % der Betriebe haben Schadstoffeinträge in die Luft gemeldet.
  • Viele Betriebe melden sowohl Schadstoffeinträge als auch die Entsorgung von hohen Abfallmengen.
  • 8 % leiten Schadstoffe indirekt in Gewässer, 7 % meldeten Direkteinleitungen.
  • 0,05 % der Betriebe meldeten Schadstoffeinträge in den Boden.
  • 84 % aller berichtspflichtigen Unternehmen stammen aus dem Bereich der Abfallwirtschaft. Gefolgt von Firmen aus dem Bereich der Intensivtierhaltung.
  • In der Abfall- und Abwasserbewirtschaftung machen die kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen mit einer Leistung von 100.000 Einwohnergleichwerten (EW) und die Deponien, die eine Aufnahmekapazität von über 10 Tonnen pro Tag oder eine Gesamtkapazität von über 25.000 Tonnen vorweisen, den Hauptanteil an PRTR-Betrieben aus.  
  • Die meisten berichtspflichtigen Betriebe sitzen im bevölkerungsreichsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen), im flächenmäßig größten Bundesland (Bayern) und in Niedersachsen.
  • Die wenigsten haben die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.
  • Für 2016 haben 1.481 PRTR-Betriebe Luftemissionen, meistens Ammoniak-Emissionen (NH3), gemeldet. 42 % dieser Betriebe betreiben Intensivtierhaltung.
  • Der Grenzwert, ab dem ein Betrieb berichtspflichtig ist, liegt bei 10 Tonnen Ammoniak pro Jahr.
  • 54 % der PRTR-Betriebe aus dem Bereich der Intensivtierhaltung sind Schweinemastbetriebe mit mindestens 2.000 Mastschweinen. Diese Schweinemastbetriebe stellten 54 % der Betriebe, die 6.370 Tonnen Ammoniak ausstießen.
  • 58 % der Schadstoffemissionen in Wasser gingen auf das Konto von insgesamt 383 PRTR-Betrieben. 224 davon stammten aus der Branche Abfall- und Abwasserbewirtschaftung. 49 Betriebe aus der Chemischen Industrie und 31 Betriebe aus dem Energiesektor leiteten Schadstoffe direkt in Gewässer ein.
  • Die Schadstoffeinleitung in Abwasser (indirekte Einleitung) wird hauptsächlich durch die Lebensmittel-Industrie (153 Betriebe) und die Chemische Industrie (134 Betriebe) verursacht. Insgesamt meldeten 431 Betriebe solche indirekten Schadstoff-Einleitungen in Wasser.
  • Insgesamt 4.575 Betriebe meldeten im Jahr 2016 die Entsorgung von Abfall. 81,8 Millionen Tonnen nicht gefährliche Abfälle wurden von ihnen entsorgt.
  • 4.112 Betriebe berichteten im Jahr 2016 die Entsorgung von 13,9 Millionen Tonnen gefährlichen Abfalls. 99 % davon werden im Inland entsorgt. Gingen gefährliche Abfälle ins Ausland, dann landeten sie hauptsächlich in Belgien, den Niederlanden und Frankreich.


Die TOP-10-Schadstoffe und ihre Verursacher

Diese zehn Schadstoffe wurden am meisten in Luft, Boden, Wasser und Abwasser eingeleitet:

  1. Kohlendioxidemissionen (CO2): Verantwortlich ist mit erheblichem Abstand die Energiewirtschaft, speziell Wärmekraftwerke und andere Verbrennungsanlagen mit einer Leistung über 50 Megawatt.
  2. Chloride stammen hauptsächlich aus der Mineralverarbeitenden Industrie und der Chemischen Industrie. Nicht selten auch aus Abfall- und Abwasserbewirtschaftung, allen voran von den kommunalen Kläranlagen.
  3. Kohlenmonoxid (CO-): Hauptverursacher ist die Metallverarbeitende Industrie.
  4. Stickoxid und
  5. Schwefeloxid: Sie stammen vorrangig aus der Energiewirtschaft.
  6. Methan wird zum Großteil in der Industrie – besonders im Kohlebergbau – und in Deponien freigesetzt.
  7. Gesamter Organischer Kohlenstoff (TOC) stammt zu einem Großteil aus der Chemischen Industrie, gefolgt von der Lebensmittelindustrie und der Papier- und Holzindustrie.
  8. Hohe Gesamtstickstoffmengen stammen oft aus Kläranlagen.
  9. Flüchtige organische Verbindungen (NMVOC): Die Branche Sonstige Industriezweige (bspw. Lackieranlagen) hat hier am Ausstoß den größten Anteil.
  10. Ammoniak (NH3): Wie oben erwähnt, stammt der Großteil aus der Intensivtierhaltung.
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