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Der richtige Mitarbeiterschutz in Handwerk und Bauwesen

Das müssen Sie über Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit wissen

Das Handwerk lebt von seiner Vielseitigkeit. Nur die Zusammenarbeit mehrerer Menschen aus verschiedenen Fachrichtungen ist die Garantie für den Erfolg. Für alle gelten ähnliche Sicherheitsvorkehrungen. Die beginnen bereits beim Aufräumen der Baustelle. In der Realität halten sich vermutlich die wenigsten Bauleute daran. Häufig ergeben sich Stolperfallen und das Unfallrisiko erhöht sich. Die Ursache liegt allerdings nicht im Bereich der Angestellten sondern bei den Bauleitern und den ihnen Übergeordneten.

Sie stehen in der Pflicht für Schutz und Sicherheit zu sorgen. Beide Faktoren beeinflussen den gesamten Baustellenbetrieb positiv und tragen zur Mitarbeitermotivation bei. Wer sich keinem Risiko aussetzt, kann auch schneller und effizienter arbeiten. Das Bauprojekt ist rascher abgeschlossen, sehr zur Freude der Kunden und das Bauunternehmen schließt noch mehr Baustellen in einem Jahr ab. Die sich daraus ergebende Ertragssteigerung ist Anreiz genug sich für den Mitarbeiterschutz zu interessieren.

Viele Bauleiter und Baufirmen allgemein stellen sich die Frage, wie sie den Baualltag noch sicherer machen können. Dabei ist es mit ein paar Vorüberlegungen ganz leicht für Schutz und Ordnung zu sorgen. Manchmal ist es dennoch nicht leicht, die besten Schutzmaßnahmen zu finden und zu ergreifen. Der folgende Beitrag unterstützt Baufirmen und Handwerker dabei noch sicherer zu arbeiten, indem er die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen aufzeigt und erklärt.


Die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst nehmen

Jeder Mitarbeiter ist individuell, doch eine Eigenschaft ist bei allen gleich: Menschen können nicht ohne Pause arbeiten. Sie brauchen sie, um sich, den Körper und den Geist zu akklimatisieren und neue Kraft für das nächste Projekt zu schöpfen.

Die Arbeit ist auf der Baustelle sehr hart und findet meistens im Außenbereich statt. Wer da nicht genug Flüssigkeit zu sich nimmt, muss mit einem Kreislaufzusammenbruch rechnen. Besonders in den Sommermonaten ist das nicht selten. Daher: Mitarbeiter zur Pause animieren und einen Behälter mit Getränken aufstellen.

Es kommt nicht nur auf die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr an. Auch gilt es an die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter zu denken. Ein Mensch mit weniger Körperkraft, dafür aber einer ausgedehnten Körpergröße sollte nicht zum Tragen schwerer Gegenstände eingesetzt werden. Er ist für Über-Kopf-Arbeiten perfekt geeignet. Manche tun sich mit praktischen Aufgaben leichter, andere Mitarbeiter mögen theoretische Inhalte. In jedem Fall sollten Bauleiter die Aufgaben so zuteilen, dass sie das Potenzial des Mitarbeiters herauskitzeln und ihn motivieren.

Zu viel Arbeit zerstört den Menschen. Viele Baufirmen arbeiten mehr als acht Stunden am Tag. Kommt das nicht nur gelegentlich, sondern oft vor, dann stellt das ein Risiko für alle Mitarbeiter dar. Die Angestellten brauchen ihre Freizeit, müssen sich gedanklich und körperlich auch anderen Tätigkeiten widmen. Verringert sich der Freiraum zunehmend, sind Burnout und Depressionen nicht auszuschließen. Das bedeutet für den Angestellten den Beginn einer längeren Leidensgeschichte und der Arbeitgeber muss mit einem Ausfall rechnen.


Sicherheitsbekleidung ist unabdingbar

Gehörschutz ist eine Arbeitsschutz-Maßnahme für Handwerker, Quelle: fotolia.com ©KzenonWer als Bauarbeiter länger in der Arbeit ist und dementsprechend viel Erfahrung mitbringt, der läuft Gefahr unvorsichtig zu sein. Immer wieder ist das Fehlen der Arbeitsschutzbekleidung zu beobachten. Die Bauarbeiter tragen beispielsweise keinen Bauhelm und wenn ihnen etwas auf den Kopf fällt, kann das ernsthafte Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Der Bauhelm muss immer dabei sein und er muss die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, um den Kopf vor herabfallenden Steinen und ähnlichen Dingen zu schützen.

Wer mit spitzen Gegenständen arbeitet, braucht zusätzlich Handschuhe und die Sicherheitsschuhe sorgen dafür, dass auch der Tritt in einen rostigen Nagel nicht zu einer Blutvergiftung wird.

Übrigens: Herumliegende Gegenstände sind eine häufige Ursache für Verletzungen auf dem Bau. Also immer Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen und guter Profilierung tragen oder anordnen.

Bei der Wahl der Arbeitsschuhe sollte auch ein Blick auf die verschiedenen Sicherheitsklassen erfolgen. Hier gibt es zahlreiche, unterschiedliche Zertifizierungen und Klassifizierungen, die Rückschlüsse auf die Eignung der Sicherheitsschuhe für verschiedene Einsatzgebiete und spezielle Aufgaben zulassen.

Auch wenn sie einem manchmal die Sicht erschwert, die Sicherheitsbrille verhindert das Eindringen von Kleinstpartikeln und säurehaltigen Gasen in die Augen. Die Hornhaut der Augen ist äußerst empfindlich. Gelangt ein Fremdkörper in das Auge, ist das nicht nur eine schmerzhafte Angelegenheit. Die Verringerung der Sehkraft oder der Verlust der Fähigkeit zu sehen, kann das Ergebnis einer fahrlässigen Arbeitsweise sein. Bauleiter kontrollieren daher ihre Mitarbeiter ständig und überprüfen, ob die Sicherheitsbekleidung genutzt wird.


Schadstoffbelastung auf dem Bau: Ein ernstes Problem

Die Schadstoffbelastung auf dem Bau ist zuerst von den verwendeten Baumaterialien abhängig. Manche Bauherren wollen es möglichst günstig halten. Diese Denkweise geht zu Lasten der Gesundheit.

Laminat, beispielsweise, sondert bis zu 10 Jahre Giftstoffe aus, die sich im Kleber des Fußbodenbelages befinden. Gelangen Mikrorisse auf die Oberfläche, strömt der Klebstoff nach außen und die Bewohner atmen ihn ein. Doch auch beim Auspacken des Laminats entfaltet sich ein sehr unangenehmer Geruchin, der ebenso mit Kleber in Verbindung steht, in die Atemluft des Handwerkers.

Auch bei Farbe und Dämmmaterialien sieht das nicht anders aus. Beim Kauf der Farbe ist auf eine Volldeklaration zu achten. Sie führt alle Stoffe an, die sich in der Farbe befinden. Bei Dämmstoffen legen sich viele Baufirmen auf Hanf und andere natürliche Produkte fest. Glaswolle setzen die wenigsten ein, doch sie kommt immer noch vor. Schließlich ist sie günstig.

Dennoch: Baufirmen empfehlen den Bauherren den Einsatz von natürlichen Dämmmaterialien, um das Risiko des Ausbruches von Allergien zu senken.

Wenn es nicht ohne Schadstoffe geht, dann immer einen Schutz vor belasteter Atemluft geben. Effektiven Schutz, gerade vor dem gefährlichen Staub auf Baustellen, können nur entsprechende Hilfsmittel gewährleisten.

Bei den Atemschutzmasken gibt es große Unterschiede. Manche bestehen nur aus einer Schicht. Andere enthalten Ventile, weshalb keine Partikel in den Innenraum eindringen können. Weiterhin öffnen Bauleiter immer das Fenster, wenn Schadstoffe im Raum sind. Dadurch ziehen die giftigen Gase nach außen ab und werden nicht zur Gefahrenquelle auf dem Bau.


Gerüste und Leitern sichern

Arbeiten an Fassaden ab bestimmten Höhen bitte nur mit Gerüst durchführen!, Quelle: fotolia.com ©miss_mafaldaDachdecker arbeiten in imposanten Höhen. Sie besitzen ein Gerüst, steigen ohne Angst auf das Dach und sichern das jeweilige Gebäude gegen Regen und extreme Temperaturen ab. Auch Maler und Maurer sind hin und wieder auf ein Gerüst angewiesen. Umso wichtiger sind die Art des Gerüsts und die Kenntnis über den Gerüstbau. Immerhin kann ein fehlerhafter Gerüstbau zu einem schweren Sturz führen und schwerwiegende Erkrankungen begünstigen. Der Aufbau ist daher immer von einem Gerüstbauer zu verrichten.

Zwar findet die Arbeit auf einer herkömmlichen Leiter nicht in einer solchen Höhe statt wie beim Dachdecken, doch findet sie vielseitige Einsatzgebiete. Ob beim Streichen der Decke, beim Tapezieren, beim Reinigen des Fensterrahmens, beim Reinigen der Dachrinne, beim Erneuern von Stromleitungen und Wasserleitungen im Keller, die Leiter spielt häufig eine Rolle. Deshalb muss sie absolut sicher sein. Die Streben sitzen fest, die Leiter besteht aus hochwertigem und witterungsbeständigem Material, wie Aluminium oder Edelstahl.

Wichtig: Ein Stuhl dient nicht als Arbeitswerkzeug. Er ist häufig nicht auf das Gewicht eines erwachsenen Menschen ausgelegt. Außerdem hat er einen ungünstigen Schwerpunkt und bei einer leichten Seitwärtsbewegung kippt der Stuhl und fällt um. Einige Modelle brechen sogar durch, weshalb der Stuhl im Sinne eines Arbeitsgerätes nichts auf der Baustelle zu suchen hat. Auch Klapphocker und ähnliche Dinge für den Haushalt ersetzen keine hochwertige Leiter.


Die Führerscheinproblematik und die Übertragung von Aufgaben an Dritte

Wer keinen Führerschein für Traktor und Co. besitzt, der sollte auch kein Fahrzeug führen. Trotzdem ist das Führen von Maschinen durch Menschen ohne Führerschein auf der Baustelle keine Seltenheit. Daher: Immer die Papiere der Arbeiter kontrollieren und die Baustelle nicht unbeaufsichtigt lassen.

Auf der Baustelle arbeiten alle aktiv mit. Fehlt der eine oder andere Arbeiter, muss Ersatz her. Nicht immer ist das mit den bestehenden Handwerkern möglich. Jeder Arbeiter hat einen anderen beruflichen Hintergrund und kann demzufolge nur bestimmte Aufgaben verrichten. Wenn allerdings Not am Mann ist, dann braucht das Team eine rasche Lösung.

Zumeist überträgt der Bauleiter gewisse Aufgaben an andere Arbeiter. So legt der Maurer die Fliesen, obwohl er beruflich gesehen nicht dazu befähigt ist. Der Heizungsmonteur montiert plötzlich nicht mehr. Er übernimmt die Elektroinstallation. Fehlendes Fachwissen begünstigt Unfälle. Daher unbedingt auf die Übertragung von Aufgaben an nicht Fachkundige verzichten.

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