Nachricht

Baustellen-Kontrollen: Sicherheitsmängel bei 70 % der Betriebe

ASV NRW prüft Absturzschutz

Auf 70 % der Baustellen in Nordrhein-Westfalen hat die Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen (ASV NRW) Sicherheitsmängel gefunden. Der Fokus einer Schwerpunktaktion, bei der innerhalb von sechs Wochen 400 Baustellen kontrolliert wurden, lag auf Baustellen mit hoher Absturzgefährdung. Hier hat ein Arbeitsunfall oft verheerende oder gar tödliche Folgen.

Im September 2017 hatte die ASV NRW bereits eine Kontrollaktion durchgeführt. Dabei hatten 80 % der Baubetriebe in Sachen Arbeitssicherheit schlecht abgeschnitten. Besonders oft wurden damals Absturzsicherungen und Gerüste bemängelt. Jetzt waren also gerade diese Bereiche Kontrollschwerpunkte. Hochbau- oder Dach- und Fassadensanierungs-Firmen bekamen in letzter Zeit in NRW dementsprechend vermehrt Kontrollbesuche. Und das Ergebnis ist mehr als ernüchternd:

  • Knapp 70 % der Gerüste wiesen Mängel auf.
  • In knapp zwei Dritteln der Fälle war der Seitenschutz unvollständig und fehlte sogar ganz.
  • In 50 % der Fälle war der Wandabstand zu groß.
  • Ein Drittel der Gerüste war nicht richtig verankert.
  • Auf 17 % der Baustellen waren Auffangeinrichtungen wie zum Beispiel Netze bei Dacharbeiten mangelhaft.

Die Arbeitsschützer sperrten die Gerüste entweder ganz oder machten sie in den betroffenen Teilbereichen unzugänglich. Die Beseitigung der Mängel wurde direkt vor Ort veranlasst.

Absturzsicherungen an oder in einem Gebäude waren in 80 % der Fälle nicht korrekt und damit nicht sicher. Bei einem Drittel der Baustellen waren die Treppen, Wandöffnungen, Bodenöffnungen oder die oberen Etagen (Decken) eines Rohbaus unzureichend abgesichert. In 40 % der Fälle beanstandeten die Kontrolleure die sogenannten Verkehrswege etwa über Baugruben oder Übergänge zwischen Gebäudeteilen.

insgesamt müssen 16 % der Betriebe, in denen die Mängel eklatant waren, mit einem Bußgeld rechnen. Verstöße gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz wurden in Einzelfällen festgestellt.

"Auch wenn wir im Moment viel über Digitalisierung und virtuelle Arbeitswelten reden, dürfen wir nicht vergessen: Es gibt noch viele körperlich herausfordernde und potenziell gefährliche Tätigkeiten, auf die wir für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes dringend angewiesen sind", kommentierte Arbeits- und Arbeitsschutzminister Karl-Josef Laumann die Ergebnisse. "Angesichts des hohen Zeitdrucks, den der gegenwärtige Bauboom auslöst, muss der Schutz von Gesundheit und Leben der Beschäftigten auf den Baustellen oberste Priorität haben."

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies in Ihrem Browser platziert werden.  [mehr erfahren] OK, verstanden