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DGUV-Jahresbilanz 2017: Asbest und heller Hautkrebs geben Anlass zu Sorge

Zahlen zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in Deutschland

Das Risiko für Beschäftigte, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist im Jahr 2017 erneut gesunken: Die relative Unfallquote, also die Zahl der meldepflichtigen Unfälle je 1.000 Vollarbeiter, lag bei 21,16 in 2017 im Vergleich zu 21,89 in 2016. "Ein neuer Tiefstand", wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in ihrer endgültigen Jahresbilanz 2017 erklärt, in der die Zahlen aller Unfallkassen und Berufsgenossenschaften zusammengefasst sind. Das Arbeitsunfallrisiko war damit so niedrig wie noch nie – und zwar über alle Branchen hinweg außer dem Handel. Nicht überraschend: Im Bau- und Verkehrssektor lag das Unfallrisiko weiter deutlich über dem Durchschnitt. Unter dem Durchschnitt dagegen waren Beschäftigte im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung dem Risiko eines Arbeitsunfalls ausgesetzt.


Übrigens: Etwa 13,2 Milliarden Euro zahlten die Berufsgenossenschaften und Unfallkrankenkassen im Jahr 2017 für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung – 287 Millionen Euro oder rund 2,2 % mehr als im Vorjahr.


Der Tiefststand beweist: Viel Positives ist in Sachen Unfall-Prävention in der Vergangenheit geschehen. Um weitere Verbesserungen zu erreichen, müssten "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als Querschnittsthema in den Betrieben" verankert werden, wie DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer erklärte. Um das zu umzusetzen, mache beispielsweise die Präventionskampagne "kommmitmensch" gute Angebote.


Übrigens: Im Arbeitsunfallgeschehen 2016 erregte der starke Anstieg von Gewalt gegen Beschäftigte Aufsehen. Um 22 % stieg die Zahl der Gewaltunfälle zwischen 2011 und 2016.


Berufskrankheiten: heller Hautkrebs steigt rasant

Bei der Berufskrankheiten-Statistik sticht die Anerkennung von Fällen von hellem Hautkrebs hervor: Mit 3.887 im Jahr 2017 gab es 165 mehr Anerkennungen als 2016. Weißer Hautkrebs ist damit die dritthäufigste BK. Anlass genug für Breuer, die Betriebe dazu aufzurufen, mehr in den Schutz der Beschäftigten zu investieren, die viel im Freien arbeiten. "Heller Hautkrebs ist vermeidbar. Die Risiken durch UV-Strahlung lassen sich mit technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen gut in den Griff bekommen." Er appellierte auch an die Verantwortung der Beschäftigten: "Krebsprävention ist nicht auf die Arbeitszeit beschränkt. Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte sich auch am Wochenende nicht in die pralle Sonne legen."

Arbeitsbedingte Hautekzeme, etwa durch Feuchtarbeit, traten mit 18.400 Fällen im Jahr 2017 wieder am häufigsten auf (2016: 19.641); am zweithäufigsten wurde eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit  anerkannt, nämlich bei 6.649 Versicherten (2016: 6.850).


Asbestbedingte Erkrankungen sind immer noch Grund zu großer Sorge

Eine spezielle BK-Gruppe und Grund zu großer Sorge sind nach wie vor die asbestbedingten Erkrankungen, denn mit Prävention ist hier nichts mehr zu erreichen. "Hier sehen wir die Auswirkungen des leichtfertigen Umgangs mit diesem Gefahrstoff im vergangenen Jahrhundert", so Breuer. Im Jahr 2017 – also 25 Jahre nach Inkrafttreten des Asbestverbots in Deutschland – wurden immer noch bei 3.700 Versicherten Erkrankungen festgestellt, die durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurden. Asbest war 2017 auch die Ursache für die Mehrzahl der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit (2016: 2.573).

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