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Kohlenmonoxid-Vergiftungen auf Baustellen: Ursachen und Maßnahmen

BG BAU warnt und fördert

Immer wieder kommt es auf Baustellen zu schweren Kohlenmonoxid-Vergiftungen durch Abgase, weil benzinbetriebene Baumaschinen in geschlossenen Räumen oder in Hallen betrieben werden. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist aus aktuellem Anlass auf die notwendigen Arbeitsschutz-Maßnahmen hin. Erst vor Kurzem musste in Karlsruhe eine ganze Baukolonne wegen Vergiftungen durch Kohlenmonoxid ins Krankenhaus eingeliefert werden.


Akute Vergiftungsgefahr bei Glättmaschinen

Ein Beispiel für Maschinen, deren Betrieb eine solche Gefährdung darstellt, sind Glättmaschinen. Diese werden im Industrie- und Wohnungsbau eingesetzt, um die Oberfläche von Beton, Estrich oder anderen Fußbodenbelägen zu bearbeiten. "Bei Glättmaschinen mit Benzinmotoren ohne Katalysator ist die Konzentration von Kohlenmonoxyd (CO) in der Luft am Arbeitsplatz so hoch, dass akute Vergiftungsgefahr besteht", erklärt Frank Werner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. Das besonders Tückische: CO ist farb- und geruchlos – der Mensch kann es nicht wahrnehmen. Es kommt schleichend und unauffällig, in manchen Fällen sogar mit Todesfolge.

CO verdrängt den Sauerstoff im Blut, da es sich mehr als 300mal stärker an die roten Blutkörperchen bindet als Sauerstoff. Laut der BG BAU steigen die CO-Werte auf 250–500 Milligramm pro Kubikmeter an, wenn eine Glättmaschine mit Benzinmotoren ohne Katalysator in einer geschlossenen Arbeitsumgebung eingesetzt wird. Hier ist oberste Vorsicht geboten – der zulässige Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) von CO liegt derzeit bei 35 Milligramm pro Kubikmeter!


Herstellerangaben in die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen

Bevor eine solche Maschine im Betrieb zum ersten Mal verwendet wird, muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Dabei sind die Herstellerangaben genau zu beachten, die Aufschluss darüber geben, in welchen Bereichen die Maschine eingesetzt werden darf. Meist ist der Einsatz benzinbetriebener Maschinen in geschlossenen Räumen schon laut der Betriebsanleitung der Hersteller verboten oder nur beim Einsatz von besonderen Arbeitsschutz-Maßnahmen erlaubt. Die Gefährdungsbeurteilung ist auch hier die sichere Basis für die Planung von Arbeitsschutz-Maßnahmen und arbeitsmedizinischer Vorsorge.


Katalysatoren und Alternativen erhalten finanzielle Förderung

Frank Werner empfiehlt Alternativen, um die Gefahren einer CO-Vergiftung ganz sicher auszuschließen: "Sicher und sinnvoll sind elektrobetriebene Glättmaschinen im Wohnungsbau. Im Estrich- und Industriebodenbau sind gasbetriebene Maschinen von Vorteil. Das Mindeste sind Katalysatoren, wenn schon benzinbetriebene Glättmaschinen im Einsatz bleiben sollen, aber auch hier sind die Einsatzgrenzen sehr eng."

Die BG BAU bezuschusst im Rahmen ihres Prämien-Verfahrens den Neukauf von Glättmaschinen mit Katalysator oder die Nachrüstung mit bis zu 250 Euro. Betriebe, die sich gasbetriebene Doppel-Glättmaschinen anschaffen, könne eine Förderung von bis zu 500 Euro beantragen.

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