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Maissilage: Vorsicht vor giftigen Gärgasen!

Arbeitsschutz-Tipps für Landwirte

Bei der Silierung von Mais entstehen gefährliche Gärgase: Den Hauptbestandteil macht Kohlendioxid (CO2) aus, aber auch entstehende nitrose Gase sind hochgiftig. Wie sich Landwirte schützen und was sie auf keinen Fall tun sollten, erklärt die Silageexpertin Prof. Dr. Ehrengard Kaiser auf der Webseite www.silierung.de.

Bei nitrosen Gasen handelt es sich um Gasgemische aus verschiedenen Stickoxiden: "Bei den nitrosen Gasen unterscheiden wir nach NO (Stickstoffmonoxid) und Stickstoffdioxid (NO2). Beide Gase sind giftig für uns, giftiger als z. B. Kohlenmonoxid oder Schwefelwasserstoff", erläutert Kaiser. Die Folgen von Kontakt mit nitrosen Gasen: Reizungen und Verätzungen von Augen, Nase und oberen Atemwegen, Speiseröhre oder Magenschleimhaut. Noch Stunden später kann es zu einem Lungenödem kommen – eine tödliche Gefahr. Landwirte sollten bei Symptomen wie Reizhusten, Schwindel, Erbrechen hellhörig werden. Die "Silobefüller-Krankheit" könne Personen treffen, die über eine längere Zeit nitrose Gase einatmen. Das Blut kann dann keinen Sauerstoff mehr transportieren und die Betroffenen drohen innerlich zu ersticken.

Während der Mensch nitrose Gase aber wahrnehmen kann – sie riechen beißend bzw. stechend und sind gelblich bis bräunlich –, ist das Tückische an CO2, dass es geruchs- und farblos ist. "Nicht selten werden im bzw. auf dem Silo Konzentrationen beobachtet, die so hoch sind, dass Personen bei Kontakt mit diesem Luft-Gasgemisch sofort ohnmächtig werden", so die Fachfrau. Manchmal setze sogar die Atmung aus.


So schützen sich Landwirte vor Gärgasen

Kaiser erklärt nicht nur die Risiken, sondern sie beschreibt auch folgende Schutzmaßnahmen:

  • Da sowohl Kohlendioxid als auch nitrose Gase nach unten sinken, sollten Landwirte auf keinen Fall auf dem Silo Pause machen und sich dabei gar hinsetzen oder hinlegen.
  • Vor dem Befüllen des Silos sollte die Silofolie auf Schäden geprüft werden. Wenn die Folie über Kanten geführt wird, kann sie reißen. Deswegen sollte das vermieden werden.
  • Gärgashauben – also Wölbungen in der Silofolie – sollen keinesfalls geöffnet werden; Gärgase sollten nicht abgelassen werden. Nach ein paar Tagen verschwinden diese Wölbungen.


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