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Präventionsgesetz: Betriebe sollten finanzielle Förderung nutzen

BGF- und BGM-Maßnahmen individuell finden und bezuschussen lassen

Durch das im Jahr 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz müssen Krankenkassen unter anderem Betrieben mehr Geld für die Prävention zur Verfügung stellen, beispielsweise für Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Es habe sich in dieser Richtung auch schon einiges getan, wie Dr. Michael Scheil, Koordinator Betriebliches Gesundheitsmanagement bei TÜV Rheinland resümiert. Er sieht aber noch deutliche Verbesserungspotenziale. "Bei der Beantragung der finanziellen Unterstützung, aber auch bei der Konzeption von Programmen, die auf den Bedarf der Mitarbeiter zugeschnitten sind, benötigen Unternehmen gezielt Unterstützung." Gerade die Beantragung von Geldern aus dem Präventionsgesetz über die Koordinierungsstellen der Krankenkassen scheitere häufig an bürokratischen Hürden. Viele Betriebe bräuchten außerdem Unterstützung dabei, ein ganzheitliches BGF zu konzipieren. Hier könnten externe Dienstleister helfen.


BGF und BGM individuell gestalten

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gebe es zum Beispiel in den Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Stress, Entspannung, Ergonomie und Demografie. Handlungsbedarfe müssten aber von Fall zu Fall analysiert und Präventionsmöglichkeiten individuell auf den Betrieb zugeschnitten werden. So stünden in einer "Change-Situation" betriebspsychologische Sprechstunden im Vordergrund. In Betrieben mit körperlichen Belastungen seien Bewegungsprogramme Präventionsmaßnahmen der Wahl. Aktionen zur gesunden Ernährung böten sich an, wenn der Betriebsarzt feststelle, dass ungünstige Ernährungsgewohnheiten zu Gesundheitsproblemen in der Belegschaft führten. Aktionen, die die Arbeitszeiten im Betrieb beträfen, würden dabei helfen, auch Schichtarbeiter zu erreichen. Für die Nachtschicht könne eine "Nacht der Gesundheit" dieser belasteten Arbeitnehmergruppe Wertschätzung entgegenbringen.

Die 08/15-Präventionsmaßnahme für jeden Betrieb gibt es also nicht. Wer Gesundheitsvorsorge mit Köpfchen anbieten will, kann sich diese aber nach dem Präventionsgesetz bezuschussen lassen.

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