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Winterreifen-Pflicht: Das gilt jetzt

Augen auf beim Reifen-Kauf!

Seit einigen Jahren gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Glatteis, Schneeglätte oder Schneematsch, eine Winterreifenpflicht. Doch für den Winter 2018 gilt ganz besonders: Augen auf beim Winterreifenkauf! M+S-Reifen (M+S steht für Matsch und Schnee) ab dem Produktionsjahr 2018 dürfen nämlich nicht mehr als Winterreifen gefahren werden! Stattdessen müssen Sie beim Kauf von Winterreifen jetzt auf das Alpine-Symbol achten – ein Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke darin. M+S-Reifen ohne das Alpine-Symbol, die vor 2018 produziert wurden, dürfen Sie bis zum 30. September 2024 weiter im Winter fahren.


Das Alpine-Symbol verhindert Bußgelder

Nur Reifen mit dem Alpine-Symbol weisen mit ihrem Laufflächenprofil und ihrer speziellen Gummimischung die besonderen Eigenschaften bei winterlichen Straßenverhältnissen auf, die der Gesetzgeber ausreichend findet.

Die Konsequenzen bei einem Verstoß gegen die Winterreifenpflicht:

  • Wer ohne wintertaugliche Bereifung unterwegs ist, muss mit einer Strafe von 60 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister rechnen.
  • Wer andere Verkehrsteilnehmer behindert, weil er keine für winterliche Straßen geeignete Bereifung hat, zahlt 80 Euro Strafe und "kassiert" ebenfalls einen "Punkt in Flensburg".
  • Wer im Winter mit Reifen ohne Alpine-Symbol sogar in einen Unfall verwickelt ist, muss mit 120 Euro Bußgeld und einem Punkt rechnen.


Auch der Fahrzeughalter ist haftbar

Wichtig für Arbeitgeber, die einen Dienstwagen oder gar eine ganze Dienstwagenflotte verantworten: Sie sind verantwortlich für die Instandhaltung des Fahrzeugs und damit auch für die Ausstattung mit den vorgeschriebenen Reifen, solange das in der Dienstwagenüberlassungsvereinbarung nicht anders geregelt ist. Ab sofort kann auch der Fahrzeughalter mit 75 Euro und einem Punkt dafür belangt werden, dass er die falsche Bereifung anordnet oder zulässt. Der Arbeitnehmer trägt allerdings eine Mitverantwortung: Er muss vor Fahrtantritt überprüfen, dass sein Fahrzeug in einem sicheren Zustand ist. Wurde ihm die Halterpflicht in der Überlassungsvereinbarung übertragen, ist er sowieso verantwortlich.

Neue Winterreifen brauchen Sie übrigens

  • wenn das Profil weniger als 1,6 Millimeter beträgt. Experten empfehlen allerdings eine Umrüstung bei weniger als 4 Millimetern Profiltiefe.
  • wenn Altersrisse am Reifen zu sehen sind. Dann ist der Reifen so alt, dass die Weichmacher im Gummi versagen. Der Reifen verliert an Grip.
  • ab einem Reifen-Alter von 8 Jahren. Die Herstellungswoche und das Herstellungsjahr der Reifen stehen als DOT-Kennzeichnung auf den Seitenwänden der Reifen. "DOT 3609" bedeutet, dass die Reifen in der KW 36 im Jahr 2009 produziert wurden.


Wichtige Winterreifen-News für Feuerwehren

Auf Neuerungen zur Winterreifenpflicht weist auch die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord) hin. Die neuen Regelungen für Winterreifen gelten natürlich auch für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren, aber hier kommt noch hinzu, dass Fahrzeuge der Klassen M2, M3, N2 und N3 (Busse und Lkw ab 5 t zulässiger Gesamtmasse) spätestens ab 01. Juli 2020 nicht nur auf den Antriebsachsen, sondern auch auf den gelenkten Vorderachsen Winterreifen haben müssen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Anhänger und Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge, für die es bauartbedingt keine Winterreifen nach den neuen Regelungen gibt. "Eine entsprechende Bestätigung sollte den Fahrzeugunterlagen beiliegen", so die HFUK Nord.

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