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KM-Richtlinie: Aufnahme von 8 krebserzeugenden Chemikalien

Dieselabgase gehören auch dazu

Die Europäische Kommission hat beschlossen, dass 8 neue Stoffe in die "Richtlinie 2004/37/EG über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit" (KM-Richtlinie) aufgenommen werden. Das bedeutet: Für diese Chemikalien wird es bald europaweit gültige Expositionsgrenzwerte geben, die an Arbeitsplätzen einzuhalten sind. Insgesamt stehen dann 22 Stoffe auf dieser Liste.

Zu den neu aufzunehmenden Stoffen gehören neben Dieselabgasen, wie sie am Arbeitsplatz beispielsweise durch Baumaschinen entstehen, auch folgende Stoffe:

  • Epichlorhydrin; Verwendung u.a. in der chemischen Industrie (Herstellung von Harzen) und bei der Herstellung von Papier; verursachte Krebsart: Lungenkrebs; ca. 40.000 exponierte Arbeitnehmer
  • Ethylendibromid (EDB); Verwendung: chemische Industrie, Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln; verursachte in Tierversuchen Tumore; ca. 7.600 exponierte Beschäftigte
  • Ethylendichlorid (EDC); Verwendung: Herstellung von Kunststoff und Vinylprodukten, als Lösungsmittel und in bleihaltigem Benzin zur Bleientfernung; weniger als 3.000 exponierte Beschäftigte
  • 4,4'-Methylendianilin; Verwendung: Herstellung von Polyurethan-Schaum; verursachte Krebsart: Leber- und Schilddrüsenkrebs in Tierversuchen; 390.000 bis 3.900.000 exponierte Beschäftigte
  • Trichlorethylen (TRI); Verwendung: Entfettung und Reinigung von Metallteilen, in Klebstoffen, als Lösungsmittel und zur Synthese in der chemischen Industrie; verursachte Krankheiten: Leberkrebs, Nierenkrebs; etwa 74.000 exponierte Beschäftigte
  • Komplexe PAK-Gemische mit Benzo[a]pyren als Indikator; Verwendung: Kohleverflüssigung, Kohlevergasung, Koksproduktion, Kohlenteer-Destillation, Bedachung und Pflasterung mit Kohlenteer-Blech, Holzimprägnierung und -konservierung, Erzeugung von Aluminium, Herstellung von Kohleelektroden, Schornsteinreinigung, Kraftwerke; verursachte Krankheiten: Tumore in Tierversuchen, etwa 7.000.000 exponierte Beschäftigte
  • Gebrauchte Motorenöle; Verwendung: in Kraftfahrzeug- und Kraftradmotoren, Diesellokmotoren, Schiffs- und Flugzeugmotoren, in tragbaren Maschinen wie Kettensägen und Rasenmähern; kann Hautkrebs verursachen; etwa 1.000.000 exponierte Beschäftigte

Bis zum Jahr 2069 soll es durch den Grenzwert für gebrauchte Motorenöle beispielsweise 90.000 Krebsfälle weniger geben, was einen "geldwerten Gesundheitsnutzen" zwischen 0,3 und 1,6 Milliarden Euro bringen soll.

In Deutschland werden die Grenzwerte für Ethylendibromid, Ethylendichlorid, die Kurzzeitexposition gegenüber Trichlorethylen, komplexe PAK-Gemische mit Benzo[a]pyren als Indikator und gebrauchtes Motorenöl Änderungen bringen. Für die anderen Stoffe gibt es bereits höhere nationale Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW).


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