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Warum betriebliche Gesundheitsförderung oft nichts bringt

Wertschätzung ist der Schlüssel zum Mitarbeiter-Glück

Die Krankenstände steigen und die Mitarbeiter werden immer unzufriedener – trotz Rekordausgaben für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): Dieses Phänomen ist in Deutschland zu beobachten. Doch wie kann es sein, dass immer mehr Geld für den Gesundheitsschutz von Beschäftigten ausgegeben wird, die Menschen aber immer öfter krankheitsbedingt von der Arbeit zu Hause bleiben? Damit hat sich Prof. Dr. Sabine Hammer befasst. Das Fazit ihrer Untersuchung zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit und Krankmeldungen in Facharbeiter- und Serviceberufen: Das Geld für die meisten BGF-Maßnahmen wie Gesundheitstage, Fitness- und Entspannungsangebote oder Stressmanagement können sich Unternehmen sparen. "Die von uns untersuchten Zielgruppen nehmen diese Aktivitäten sehr häufig als unpassend wahr und empfinden sie teilweise auch als Bevormundung oder Einmischung des Arbeitgebers. Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn zum Beispiel einem körperlich hart arbeitenden Angestellten Fitnesstrainings als besonderes Angebot angekündigt werden."

Das Hauptproblem in den Betrieben ist der Effizienzdruck, der nach unten weitergegeben wird und damit im operativen Bereich besonders zu spüren ist – so suggerieren es zumindest die Umfrage-Ergebnisse. Das Ziel muss also sein, den Effizienzdruck zu senken. Hammer erklärt: "Für unsere Gesprächspartner war entscheidend, dass sie das Gefühl haben, mehr zu leisten als sie zurückbekommen. Diese Wahrnehmung ist wissenschaftlich sehr gut untersucht und erhöht das Risiko, langfristig krank zu werden, erheblich. Die Befragten sind durchaus stolz auf ihre Berufe, trotzdem kämpfen sie mit einer geringen Anerkennung im eigenen Unternehmen und in der Gesellschaft." Die Folgen: Mitarbeiter werden häufiger krank und sie entscheiden sich im Fall eines sogenannten "indifferenten Gesundheitszustands" heute eher dafür, zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen. "Hier findet eine deutliche Verschiebung statt", so Hammer.

Was Unternehmen tun sollten, um die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen und Fehltage zu minimieren:

  • Mitarbeitern einen persönlichen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, der gut erreichbar ist, sie mit Namen kennt und regelmäßig ein sinnvolles Feedback gibt.
  • Das Arbeitsumfeld verbessern, etwa durch intaktes und neues Arbeitsmaterial, eine moderne Berufskleidung und gepflegte Räumlichkeiten.
  • Arbeiten in festen und kleinen Teams etablieren.

"Eine Weihnachtsfeier oder ein Sommerfest, dessen Finanzierung aber unbedingt auch der Arbeitgeber alleine trägt, haben ebenfalls eine wesentlich größere Wirkung als die Gesundheitstage in der Kantine", sagt Hammer.

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