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Arbeitsschutz im Reinigungsgewerbe: Codes für sichere Chemikalien

BG BAU will GISCODE-System ausbauen

Gebäudereiniger arbeiten natürlich mit Reinigungsmitteln. Aber Reinigungschemikalien können zu Atemwegs- und Hauterkrankungen führen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) kündigt hier stärkere Aktivitäten an. Genauer: Die BG will ihr Gefahrstoff-Informationssystem GISBAU für Reinigungsprodukte ausbauen und in der Branche bekannter machen. Am liebsten wäre es der BG BAU, wenn nur noch Reinigungsprodukte verwendet würden, die mit dem Gefahrstoff-Informationssystem-Code (GISCODE) für Reinigungs- und Pflegemittel gekennzeichnet sind.

Über diesen Code auf dem jeweiligen Produkt, zum Beispiel GS80 für ätzende Sanitärreiniger, erhält man schnell und leicht verständlich alle notwendigen Informationen zu Gefahren und Schutzmaßnahmen für die jeweiligen Chemikalien. GISCODE spart Arbeitgebern und Arbeitsschutz-Verantwortlichen also Zeit und Geld und schützt die Gesundheit der Beschäftigten: Man erkennt schnell, welche Stoffe ein Reinigungsmittel enthält und welche Gefahr davon ausgeht.


Übrigens: GISBAU ist Teil des kostenlosen WINGIS-Systems. Dort stehen neben umfassenden Informationen über Gefahrstoffe auch Betriebsanweisungen in 16 Sprachen sowie Unterweisungshilfen zur Verfügung.


Die BG BAU will im kommenden Jahr in Sachen GISCODES:

  • noch mehr Reinigungsmittel erfassen
  • Inhaltsstoffangaben zum Teil aktualisieren
  • Spezialreiniger bewerten
  • und Messungen durchführen.

Außerdem fungiert sie als Vorbild: Sie macht die Verwendung von Reinigungsmitteln mit Giscodes für die Vergabe von Reinigungsdienstleistungen in ihren Verwaltungsgebäuden zu einem Vergabekriterium.


Sensibilisierung, Substitution & Schutzmaßnahmen

Die meisten Beschäftigten in der Reinigungsbranche sind bei der BG BAU versichert. Es werden aber nur wenige Haut- oder Atemwegserkrankungen im Reinigungsgewerbe als Berufskrankheiten gemeldet, wie Bergmann weiter berichtet. Ziel sei es, mehr über die Auslöser der Atemwegsbeschwerden herauszufinden und die Arbeit mit Reinigungschemikalien sicherer zu machen. Bisher sei lediglich bekannt, dass es speziell bei Desinfektions- und Bleichmitteln sowie bei Sprühanwendungen zu Atemwegsproblemen kommen kann.

"Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Bau- und Reinigungsbranche sollen erkennen können, ob für ihre Beschäftigten beim Umgang mit bestimmten Produkten eine Gesundheitsgefährdung besteht. Und es sollte deutlich sein, ob solche Produkte gegen weniger gefährliche ausgetauscht werden können oder welche Schutzmaßnahmen notwendig sind", fasst Bergmann den Sinn der GISCODES zusammen.

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