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Umweltbilanz 2017: Freisetzung von wassergefährdenden Stoffen bei Unfällen

Weniger Unfälle – sprunghafter Anstieg bei freigesetzter Schadstoffmenge

Wenige Einzelfälle sorgten im Jahr 2017 dafür, dass bei Unfällen in Anlagen ganze 52 % mehr wassergefährdende Stoffe freigesetzt wurden als im Jahr 2016. 10,2 Millionen Liter Jauche, Gülle, Silagesickersaft und andere Schadstoffe, die in der Landwirtschaft anfallen (JGS) flossen 2017 unkontrolliert in die Umwelt – 3,5 Millionen Liter mehr als 2016. Die Anzahl der Unfälle ging dagegen um 13 % auf 741 zurück.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) verraten außerdem, dass etwa 47 % (4,8 Millionen Liter) der freigesetzten wassergefährdenden Stoffe zurückgewonnen werden konnten. Sie wurden beispielsweise umgepumpt oder umgeladen. 5,4 Millionen Liter verschwanden demnach in der Umwelt.


Menschliches Fehlverhalten ist Hauptursache

Wie kann das passieren?, mag sich mancher Leser fragen. Die Ursachenforschung von DESTATIS hat ein eindeutiges Ergebnis: "Die Hauptursache bezogen auf alle Unfälle war menschliches Fehlverhalten."

Mehr als die Hälfte der insgesamt ausgetretenen Schadstoffmenge, nämlich rund 5,5 Millionen Liter (Vorjahr: 3,2 Millionen Liter) kamen aus 32 Unfällen in Biogasanlagen. 4 Millionen Liter davon waren JGS, die seit August 2017 nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) als "allgemein wassergefährdend" eingestuft werden müssen.

85 Unfälle mit 3,7 Millionen Litern ausgetretenen wassergefährdenden Stoffen (Vorjahr 2,0 Millionen Liter) ereigneten sich in JGS-Anlagen.

Fast schon verschwindend gering ist dagegen der Anteil freigesetzter Schadstoffe durch Heizölverbraucheranlagen (183 Unfälle mit 1 Million Liter) und Tankstellen (47 Unfälle und knapp unter 0,3 Millionen Liter).

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