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Bildschirmarbeitsplatzbrille: Wer muss sie bezahlen?

Infos zu Computerbrillen und Korrektionsschutzbrillen

Wann bekomme ich eine Bildschirmarbeitsplatzbrille und wer muss die Kosten dafür übernehmen? Das fragen sich viele Beschäftigte, die täglich im Büro am Computer arbeiten. Oft reicht die private Sehhilfe eines Beschäftigten nicht aus, damit er am Bildschirm gesund arbeiten kann. Wenn Beschäftigte oft unter brennenden oder tränenden Augen, Kopfschmerzen oder Rücken- und Nackenschmerzen durch eine verkrampfte Haltung leiden, dann kann eine solche Computerbrille nötig sein.

Natürlich kann nicht jeder Büroarbeiter einfach losgehen und sich eine solche Arbeitsplatzbrille zulegen. Grundsätzlich haben "Bildschirmarbeiter" Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge – eine sogenannte Angebotsvorsorge. Stellen der Arbeitsmediziner und der Augenarzt dabei fest, dass der Beschäftigte eine Korrektionsbrille speziell für die Arbeit benötigt, dann muss der Arbeitgeber diese bezahlen. In der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) steht: "Den Beschäftigten sind im erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen für ihre Arbeit an Bildschirmgeräten zur Verfügung zu stellen, wenn Ergebnis der Angebotsvorsorge ist, dass spezielle Sehhilfen notwendig und normale Sehhilfen nicht geeignet sind."


Übrigens: Welche Möglichkeiten der Korrektion und Gläser es gibt, erklärt der Flyer "Sehhilfen am Bildschirmarbeitsplatz" von der VBG.


Der Arbeitgeber muss allerdings nur für die Kosten aufkommen, die die tatsächliche Korrektur des Sehvermögens betreffen. Eventuellen Zusatznutzen oder das teure Designer-Brillengestell muss der Arbeitgeber nicht bezahlen. Der Rat der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen lautet deswegen: Arbeitnehmer, die eine Bürobrille empfohlen bekommen haben, sollten mit ihrem Arbeitgeber vor dem Kauf abklären, wer welche Kosten trägt. In großen Unternehmen kann eine Betriebsvereinbarung Sinn machen, in der der Weg zur Computerbrille geregelt ist. Betriebsvereinbarungen, die dem Arbeitnehmer dagegen Kosten für eine Bildschirmbrille ohne Zusatznutzen auferlegen, sind unzulässig.


Übrigens: Anders ist die Lage bei Korrektionsschutzbrillen, also PSA-Schutzbrillen mit Sehstärkenausgleich. Unter der Frage "Müssen Krankenkassen Korrektionsschutzbrillen bezahlen?" erklärt das Sachgebiet Augenschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV): "Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen seit einigen Jahren keine sog. Zweitbrille mehr. Um eine Zweitbrille handelt es sich auch bei der Korrektionsschutzbrille, so dass Korrektionsschutzbrillen entweder auf freiwilliger Basis durch den Unternehmer komplett bezahlt werden oder sich Unternehmer/Mitarbeiter die Kosten teilen müssen." Der Unternehmer muss nur den Schutzanteil einer solchen PSA bezahlen.


Gutes Sehen am Computer: Das können Sie tun

Die Bildschirmbrille ist ein wichtiges Mittel für gutes Sehen und gesunde Arbeit. Das Kuratorium Gutes Sehen e.V. (KGS) weist aber darauf hin, dass folgende Faktoren ebenfalls großen Einfluss darauf haben, wie gut Beschäftigte an ihrem Bildschirmarbeitsplatz sehen:

  • Beleuchtung: Das Licht darf nicht blenden und sich nicht im Bildschirm spiegeln. Neben dem Monitor sollten keine hellen Leuchten oder Fensterflächen sein. Als Deckenleuchten empfiehlt das KGS parallel zur Hauptblickrichtung angebrachte Rasterleuchten, über dem oder seitlich versetzt zum Arbeitsplatz.
  • Position des Monitors: Der Monitor sollte quer zum Fenster stehen und nicht zu hoch eingestellt sein. Die Oberkante des Bildschirms sollte auf Augenhöhe oder leicht darunter sein. Eine größere Schrift hilft beim gesunden Sehen.
  • Luft im Büro: Das KGS empfiehlt eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.
  • Sitzen: Schreibtisch und Stuhl sollten individuell einzustellen sein, damit jeder die für ihn beste ergonomische Sitzhaltung finden kann.
  • Pausen: Gönnen Sie Ihren Augen Pausen! Blinzeln Sie dabei oder gähnen Sie, das befeuchtet die Augen mit einem frischen Tränenfilm.

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