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EU-OSHA-Studie: Arbeiten in der digitalen Zukunft

Vier Szenarien zur Arbeit 2025

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Arbeit? Wie verändern sich Natur und Organisation von Arbeit? Welche Gefahren ergeben sich daraus? Und welche Chancen? Was sich viele Menschen schon seit Jahren fragen, hat die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) jetzt in einem sogenannten Prognoseprojekt herausgefunden.

Basis für das Projekt waren Fachinformationen, die im Rahmen von Literaturrecherchen, Telefoninterviews, Online-Umfragen und Workshops erhoben wurden. Die EU-OSHA hat vier Szenarien des Arbeitslebens im Jahr 2025 erstellt: Evolution, Transformation, Exploitation und Fragmentierung. Im Evolution-Szenario entwickelt sich die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zum Beispiel langsam, während auf Menschenrechte und menschenwürdige Arbeit ein großes Augenmerk gelegt wird.


Folgende Auswirkungen der Digitalisierung am Arbeitsplatz hat die EU-OSHA identifiziert:

  • zunehmende Überwachung von Arbeitskräften
  • Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit
  • häufige Arbeitsplatzwechsel
  • Verwaltung von Arbeit durch Algorithmen
  • höhere ergonomische Risiken verursacht durch Mensch-Maschinen-Schnittstellen und zunehmendes onlinebasiertes bzw. mobiles Arbeiten
  • dank der Roboter- und Automatisierungstechnik weniger Arbeit in traditionellen Gefahrenbereichen
  • höhere Cybersicherheitsrisiken
  • immer mehr Arbeitskräfte, die als selbstständig behandelt werden und daher nicht unter die Rechtsvorschriften über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit fallen
  • psychosoziale und organisatorische Faktoren gewinnen voraussichtlich an Bedeutung (bspw. durch die zunehmende Überwachung, Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit, Verwaltung durch Algorithmen …)


"Trends deuten darauf hin, dass bis 2025 IKT-gestützte Technologien die Geräte, Tools und Systeme verändert haben werden, die zur Organisation, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Produkten, Dienstleistungen und Wissen verwendet werden", so die EU-OSHA. Sie hat ihre Erkenntnisse in dem Bericht "Prognose neuer und aufkommender Risiken im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit im Zusammenhang mit der Digitalisierung bis 2025" veröffentlicht: Die Szenarien zeigen, was kollaborative Robotik, künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, autonome Fahrzeuge, die Bionik, die virtuelle und erweiterte Realität, tragbare Technologie, Big Data, 3D- und 4D-Druck sowie Online-Plattformen mit der Arbeit, wie wir sie heute kennen, machen können.


Gefahren vermeiden: Vorschläge von der EU-OSHA

Die EU-OSHA macht in ihrem Bericht aber auch Vorschläge, wie die Gefahren und Herausforderungen bewältigt werden können: etwa durch fortschrittliche arbeitsplatzbezogene Risikobewertungen unter Verwendung von digitalen Technologien (Wearables und Big Data). Sie empfiehlt außerdem, Digitalisierungsstrategien arbeitnehmerorientiert zu entwickeln und Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen im digitalen Arbeitsschutz festzulegen.

Sicher ist: Der neue Ansatz für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sollte ganzheitlich präventiv sein, um die möglichen negativen Auswirkungen der anstehenden Herausforderungen zu minimieren.

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