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DEKRA-Arbeitssicherheitsreport 2018/2019

Es hapert bei den Brandschutz-Unterweisungen!

Die Gefährdungsbeurteilung ist immer noch ein wunder Punkt in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Betrieben: Gar keine Gefährdungsbeurteilung gibt es zwar "nur" noch  in 5 % der Betriebe. Bei 24 % gibt es jedoch nur für manche Arten von Arbeitsplätzen Gefährdungsbeurteilungen, bei 6 % für weniger als die Hälfte. Nur 59 % haben tatsächlich für alle Arten von Arbeitsplätzen eine GBU parat – so wie es vorgeschrieben ist. Angesichts des Anstiegs der Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren ist noch erschreckender, dass nur 41 % der Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen (GBpsych oder PGB=psychische Gefährdungsbeurteilung) durchführen.

Gerne "vergessen" werden bei der GBU die Büroarbeitsplätze. Und: Größere Unternehmen sind besser aufgestellt, was die strukturierte GBU angeht, als kleinere Betriebe. Diese Zahlen, was die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften angeht, sind im Arbeitssicherheitsreport 2018/2019 von DEKRA zu finden. Dafür wurden 300 Entscheider befragt. Hier finden Sie auch interessante Fakten und Zahlen zu Unterweisungen.


Brandschutz wird stiefmütterlich behandelt

Auch Unterweisungen sind vorgeschrieben und werden immerhin in 97 % der Betriebe auch durchgeführt, in 84 % auch regelmäßig, wie es das Gesetz verlangt. Hier hapert es jedoch beim Brandschutz. Brandschutz gehört zu den sogenannten regelmäßigen oder wiederkehrenden Unterweisungsthemen, hier muss das Wissen der Mitarbeiter also in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Schließlich sollte jeder Mitarbeiter das Know-how parat haben, wie er Brände vermeidet und wie er sich im Brandfall zu verhalten hat – zum Beispiel, wo die Flucht- und Rettungswege sind und wo der Sammelplatz ist. Eine Brandschutzunterweisung gibt es allerdings nur in 85 % der befragten Unternehmen, nur in 71 % wird diese regelmäßig durchgeführt.


Nur ein Drittel der Betriebe tut freiwillig etwas für die Mitarbeitergesundheit

Der DEKRA-Arbeitssicherheitsreport befasst sich auch damit, wie weit betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in Betrieben verbreitet ist. Leider kommen nur die Beschäftigten in 32 % der Betriebe in den Genuss freiwilliger Angebote zur Gesundheitsförderung, 23 % davon regelmäßig. Erstaunlich: In Betrieben, in denen hauptsächlich körperlich gearbeitet wird, wird wesentlich seltener Gesundheitsförderung angeboten als in Unternehmen, in denen meist geistige Tätigkeiten erforderlich sind: 15 % vs. 36 % regelmäßige Angebote.

Lesen Sie außerdem im DEKRA-Arbeitssicherheitsreport 2018/2019 ein Interview zum Thema "EHS-Richtlinie als gemeinsame Basis" für Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten, einen Bericht über die neue Arbeitsschutzmanagement-Norm ISO 45001 oder die neue Rolle der Arbeitsmedizin. Den Report können Sie sich über den Link herunterladen.

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