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Nichtvisuelle Wirkung von Licht: Für den Arbeitsschutz bleibt viel zu tun

KAN überabreitet ihre Stellungnahme

Wie beeinflusst Licht unseren Biorhythmus, unsere innere Uhr? Seit die Forschung vor einigen Jahren entdeckt hat, dass es einen Rezeptor im menschlichen Auge gibt, der besonders empfindlich für Strahlung im blauen Bereich des sichtbaren Lichts ist und dass darüber der menschliche Biorhythmus beeinflusst wird, ist die Arbeitsschutzwelt in heller Aufregung. Vor allem weil in Betrieben immer mehr "tageslicht-weiße" LEDs verwendet werden, die einen hohen Blauanteil aufweisen. Wie beeinflusst Licht den Biorhythmus des Menschen? Kann sich der Arbeitsschutz diese Beeinflussung zunutze machen? Ist die nichtvisuelle Wirkung von Licht für Krankheiten verantwortlich? Wenn ja – für welche und wie kann man das verhindern? Erforscht ist dieser Bereich noch lange nicht, aber es gibt große Forschungsfortschritte. Das berichtet die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN), die selbst mit Workshops und der Literaturstudie "Gesicherte arbeitsschutzrelevante Erkenntnisse über die nichtvisuelle Wirkung von Licht auf den Menschen" zur Forschung beigetragen hat.

So stützt sich die DGUV-Information 215-220 "Nichtvisuelle Wirkungen von Licht auf Menschen", die im September 2018 erschienen ist, auf die Angaben aus der Literaturstudie der KAN. In der DGUV-Info finden sich erste Empfehlungen und Hilfestellungen, auch wenn laut KAN "die Erkenntnisse zu den nichtvisuellen Wirkungen von Licht noch lückenhaft sind".


Forschung läuft auf Hochtouren

Um Menschen besser vor nichtvisuellen Wirkungsweisen von Licht zu schützen, läuft die Forschung auf Hochtouren. Die KAN berichtet von Folgenden wichtigen Projekten:

  • Das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA) erforscht laut der KAN die Auswirkungen von Licht in Schichtarbeit auf Hormone, Schlaf und andere Parameter. Auch die mögliche Rolle von Melatonin – einem Hormon, dessen Ausschüttung durch Licht in der Nacht reduziert wird – bei der Brustkrebsentstehung sei Forschungsthema.
  • Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forsche unter anderem zum Einfluss des Lichts auf die Aufmerksamkeit am Tag in Abhängigkeit von der spektralen Zusammensetzung und Expositionsdauer des Lichts.
  • Außerdem gibt es das neue wissenschaftliche Netzwerk NoVEL (Non-Visual Effects of Light), das Institutionen und Forschung zusammenbringen soll.
  • Es steht des Weiteren zur Diskussion, die nichtvisuellen Wirkungen von Licht in die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 "Beleuchtung" aufzunehmen.

Diese neuen Entwicklungen führen dazu, dass die KAN derzeit ihre Position überarbeitet und weiter eng an der Normung zum Thema mitwirken will.

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